+Jahresrückblick 2018: Experimental / Free Improvisation / Neo-Klassik / Ambient

In der ruhigeren, ambientesken Sektion des Experimentalbereichs tummelt sich eine enorme stilistische und thematische Vielfalt, die hauptsächlich im Anwendungszweck ihren gemeinsamen Nenner findet: Nachtmusik. Das derbere Zeug habe ich dieses Jahr so wenig gehört, dass sich eine eigene Liste nicht lohnt, die wäre nicht aussagekräftig.

 

1. The Final Age – s/t (Cardinal Fuzz)
Großartige Scheibe aus dem Experimentalsektor, Kult-Klassiker to come. Im Zentrum der Platte steht Percussionarbeit: Jess Webbs spannende, rotierende Schlagzeugpatterns dienen einem vielbeinigen Improvisationsgefüge als Zentrum und Motor. Außenrum entspinnt sich aber ein faszinierender Malstrom an Experimentalsounds, der mal lyrisch Drone-artig, mal spaceig-krautig, mal progressiv psychedelisch (far out, King Crimson in der experimentellsten Phase), mal schwarz-weiß, ganz Jazz Noir, mal Fusion-artig und dann auch mal im vollen, noisigen Galopp eines proto-punkigen Experimental-Garagen-Ensembles daherkommt. Ab und an überraschen eingestreute Field Recording-Elemente. Jazz taucht nur temporär, als Funktionsprinzip (und nicht als Stil) auf. Wenn die menschliche Stimme in Form von Annette Berlins Sprechgesang oder Webbs Organ eingesetzt wird, sorgt sie für Erdung im Improvisationsstrudel. Am meisten verblüfft hat mich aber, wie sich ob dieser Entstehungsgeschichte im Verlauf des Albums alles zusammenfügt, eine Art narrativer Strang wahrnehmbar, eine Geschichte in Musikform erzählt wird. Enorm gute Scheibe.

 

2. Alex Zhang Hungtai – „Divine Weight“ (Boomkat / NON Worldwide)

 

3. Gas – „Rausch“ (Kompakt)

 

4. UUUU – s/t 12″ (Editions Mego)

 

5. Reinier Van Houdt – „Igitur Carbon Copies“ (Hallow Ground)

 

6. Eartheater „IRISIRI“ (PAN)

 

7. Gossiwor – „Lighthouse“ (5 Gate Temple)

 

8. Baldruin – „Vergessene Träume“ (Ikuisuus)

 

9. Nanook of the North – s/t (Denovali)

 

10. Tomasz Bednarczyk – „Illustrations For Those Who“ (Room 40)

 

11. Alex Zhang Hungtai / David Maranha / Gabriel Ferrandini – „Eight Black Horses Crown Snake“ (self-released)

 

12. Jon Hassell – „Listening To Pictures (Pentimento Volume One)“ (Ndeya)

 

13. Kali Malone – „Cast of Mind“ (Hallow Ground)

 

14. Clarice Jensen – „For this from that will be filled“ (Miasmah)

 

15. Aïsha Devi – „DNA Feelings“ (Houndstooth)

 

16. Stine Janvin – „Fake Synthetic Music“ (PAN)

 

17. Goldmund – „Occasus“ (Western Vinyl)

 

Kommentare geschlossen