+Kurz rausgehackt: April 2020

Experimental Pop/Dream Pop/Slow Core/Shoegaze: Heaven Metal nennt sie selbst ihren Stil. Aus Denver stammt die Multiinstrumentalistin Madeline Johnston, die unter dem Namen Midwife zerbrechliche, langsame, experimentelle Pop-Songs über die eigene emotionale Verwüstung, den Verlust ihres engen Freunds Colin Ward komponiert und dann für The Flenser unter dem Titel „Forever“ aufgenommen hat. Johnston arbeitete bereits seit 2015 im Umfeld des Rhinoceropolis, einem bekannten DIY-Projekt in Denver, an der musikalischen Grammatik und den Soundschichtungen ihres feingliedrigen wie fokussierten musikalischen Projekts. Dort lernte sie auch Ward kennen und schätzen. Als zuerst das Rhinoceropolis schließen musste, und dann Ward auch noch überraschend verstarb, begann für Johnston eine Zeit der Trauer und für Midwife eine neue Schaffensphase: Die sechs emotionalen Songs auf „Forever“ sind von Verlust geprägt; sind voller fein austarierter Melodien und verhallter, verwaschener Gitarren, die sich wie Lichtstrahlen durch ein graues Nebelmeer von Drone kämpfen. Bei „Vox“ dokumentiert sie eine Phase im Prozess, in der jedes Wort zu viel ist, stehende, melancholische Chords zum Loop werden, der den Hörer ohne Begründung gefangen nimmt, Zeit und Verlangsamung einfordert. Es geht dann einfach irgendwann weiter. Beim Track „C.R.F.W.“ hören wir Colin Ward ein herbstliches Gedicht rezitieren, das Johnston mir sanften Tönen unterlegt. Ein Abschiedsgruß. //RRRhund\

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Electro/Leftfield: Ungewöhnlicher Electro mit iranischen Wurzeln. Sepehr Alimagham ist ein DJ und Produzent aus San Francisco, der mit „Shaytoon“ bei Dark Entries Records gerade seinen Debüt-Longplayer abgeliefert hat. Das Album ist von der Jugend Alimaghams im Iran der 1970er Jahre geprägt und verarbeitet Pop- und Funk-Scheiben, die damals in Heavy Rotation waren. Acht nostalgische Tracks, die mal die Tanzfläche mit Acid-Krachern oder Leftfield-Electro ansteuern, aber auch unheimliches, etwas verkopfteres, psychedelisches Material, das auch auf der Couch gut funktioniert (zum Beispiel „Neophyte delight“). Zusammengehalten wird alles von diesem nostalgischen Vibe und Sephers Gespür für Sounds und Atmosphäre. Gute Scheibe. //RRRhund\

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Indie/Bedroom Pop/Psych: Umgarnt einen vom ersten Ton an mit seinem Charme. Elvis Depressedly zeigt mit „Who can be loved in this world?“, dem Album Opener von „Depressedelica“ (bei Run for Cover draußen), sofort enormes Gespür für Stil, Arrangements, Vibe und überraschende Ideen – serviert gleich einen perfekten Indie-Song. Da ist dann sogar der unsägliche Mode-Gesangseffekt bei der nächsten Nummer „Jane, don’t you know me?“, der mich normalerweise Reißaus nehmen ließe, irrelevant. Der Rest ist einfach zu gut. Hinter dem Namen steckt der hochgradig talentierte Songwriter Matthew Lee Cothran, der seit Jahren von Asheville, North Carolina, aus unter wechselnden Namen (beispielsweise Coma Cinema) seine Song-Zyklen spinnt. Bedroom Pop vom Feinsten. //RRRhund\

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Dark Electro Remix/Synth Wave: Mal wieder was aus dem Elektronik-Underground und einen Remix hatten wir sowieso schon ewig nicht mehr. Der Londoner DJ und Produzent Øliver hat sich mit „No, Nothing, Never (Ølivers Unwelcome Version)“ einem weniger bekannten Genreklassiker von 1980 angenommen, der im Original von R. L. Crutchfields Dark Day-Projekt stammt und auf der „Exterminating Angel“-LP zu finden ist. Das Ergebnis liegt an einer sehr angenehmen Schnittstelle zwischen modernem, technoiden Electro und den rohen, dunklen 80er-Roots des Genres. Magnetisch und hochgradig tanzbar. //RRRhund\

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Experimental/Free Improvisation/Musique Concrète/Noise: Derbes, klassisches Experimentalprogramm von Aaron Dilloway (Flying Luttenbachers, Wolf Eyes) sowie Matthew Frerck und Mick Travis unter dem Namen The Nevari Butchers. Auf dem Tape „Smoldering Cloth And Skeleton Outlines“ (bei Hanson Records draußen) treffen ungeschliffene Tape-Manipulationen in skizzenhaften Stücken auf Percussion-Loops und einen experimentell bearbeiteten, verzerrten Bass. Kompromisslos auf Abenteuerfahrt. //RRRhund\

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Kraut Experiments/Post Punk/Psych: Der Hype auf dem renommierten Londoner Label Soul Jazz Records (auch gleichzeitig einer angesehensten, alten Plattenläden der britischen Hauptstadt) sind Trees Speak, eine mysteriöse Wüsten-Formation aus Tucson, Arizona, die eine geniale Platte voller skizzenhafter, instrumentaler Kraut-Experimente abgeliefert hat. Eine auf 100 Exemplare limitierte 7″ war dem Label davor schon förmlich aus der Hand gerissen worden und innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Nun also „Ohms“ (LP + 7″), der große Wurf, und im Vergleich zu vielen Zeitgenossen entspinnt sich auf dem Album ein komplexes, vielschichtiges Klangbild aus kosmischen Flächen, mal gehetzten, paranoiden, mal spaceigen Gitarren und multidimensionalen Arrangements, auf die Syd Barrett stolz gewesen wäre. Gelegentlich schimmert die experimentelle Seite von Can durch, mal die synthetischen Schichtungen der Berliner Schule, die motorischen Grooves von Klaus Dinger oder die Space-Outs von „The Piper at the Gates of Dawn“. Aber es bleibt alles leichtfüßig, die Stücke wirken angenehm unfertig, frisch, aus dem Ärmel geschüttelt wie bei den frühen Kraftwerk oder bei Cluster. Stimmungswechsel vollziehen sich oft genauso organisch und langsam wie die Veränderung der Wellenform der omnipräsenten Synth-Arpeggios … während bereits dystopische neue Post Punk-Gefahren aus dem Klangboden kriechen und eine garagige Gitarre zubeißt. Eine besondere Rolle nimmt die Rhythmusgruppe ein, die knochentrocken nach vorne gemischt ist, und deren Auftritte so mit großem Effekt vonstatten gehen. Erst ganz am Schluss, beim Closer „Octave cycle“ erfahren die Drums mal eine Martin Hannett-Behandlung, und prompt werden wir mit einem wunderschönen, nach innen gewandten Post Punk-Instrumentalstück, Marke Factory Records, aus der Klangwelt von Trees Speak entlassen. Eine ungewöhnliche Platte, eine musikalische Entdeckungsreise für viele Stunden Hörspaß. //RRRhund\

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Weird Punk/Post Punk: „Spine / Evidence“ heißt die neue EP von Powerplant auf Static Shock Records (30.4.). Das ukrainisch-englische Projekt aus London mit fünf neuen, ungewöhnlichen Punk-Tracks. Beim EP-Opener „A spine“ rollt ein zügiger, straighter Post Punk-Groove mit Chorus-Bass und allerlei schrägen Orgel- und Gitarren-Licks – darüber gibt Sänger und Mastermind Theo Zhykharyev den Crooner. //RRRhund\

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Psych Rock/Kraut/Space: Der kalifornische Psych Rocker Al Lover ist hier bereits in Zusammenhang mit unserer Radiosendung über Fuzz Club Records und mit Veröffentlichungen für Höga Nord Records aufgetaucht – also dann, wenn hochklassige Psychedelia und Krautsounds im Gespräch sind. Meine DJ-Sets hat der Gute auch schon ab und an bereichert, kurzum: der Mann zählt bereits zu den festen Größen im RRR-Universum. Dieses Jahr hat der Kalifornier beschlossen, wieder spontaner zu produzieren und dann erstmal rein digital, auf eigene Kappe via bandcamp zu veröffentlichen. Das erste Ergebnis dieser spontanen Vorgehensweise heißt „Paranoia“ und kann sich mehr als sehen lassen – eine atmosphärische, dichte musikalische Auseinandersetzung mit den psychischen und sozialen Auswirkungen der aktuellen Covid-Krise in sechs Tracks. //RRRhund\

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Minimal Psych Wave/LowFi: Wunderbare minimalistische Songs zwischen Psychedelic und New Wave – in bester Tradition von Modern Art, Gary Ramons legendärem Homerecording-Projekt in den frühen 80ern –, sowie modernen Indie-Spielarten haben die Pallets aus Leipzig auf ihrem Tape „Double Dagger 2“ (bei Flennen / Tortellini / rds rec draußen ) im Gepäck. Dabei nutzen Thomas Schröder und Friedrich Günther rudimentäre Drum Computer-Patterns für einfache Arrangements mit Gitarre, auffällig melodiösem Bass (durchgängig ein Highlight!) und reduzierten Keyboards – die schönen LowFi-Songs stehen ganz im Vordergrund, und da sind ein paar echte Perlen dabei. Klasse Release. FFO Modern Art, The XX, Young Marble Giants et al //RRRhund\

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Indie Rock/Dream Pop/Shoegaze: Die hatte ich im September bereits mit einer Single vorgestellt, jetzt liegt das Debütalbum auf Sonic Cathedral an, und das Vinyl war auf bandcamp gleich so gefragt, dass es ausverkauft war („Bedroom“, 3.7.). bdrmm (die spricht man übrigens „bedroom“ aus), das Quintett aus Hull und London schwebt bei der Lead-Single „Is that what you wanted to hear?“ immer noch auf Dream-Pop-Wolke 7 zwischen dem Creation Records-Sound, dem Cure-Sound auf dem „Disintegration“-Album und den narkotischen Beiträgen von DIIV von den letzten beiden Alben. Und ja, das wollen wir hören, gutes Zeug. //RRRhund\

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Alternative Rock/Sludge/Noise Rock: „This Is the History“ heißt die neue Scheibe der Modern Rituals (seit März bei Holy Roar Records draußen). Auf dem zweiten Album hat das ehemals in Bristol, mittlerweile aber in London ansässige Noise Rock-Quartett eine wunderbar funktionierende Mischung aus warmem Songwriting à la Sonic Youth oder Pile, Post Hardcore-Dekonstruktionen im Stil von Fugazi oder Jesus Lizard sowie den bandtypischen, ruhelosen Sludge- und Noise Rock-Ausbrüchen geschaffen – vermählt congenial warme und kalte, leise und laute Töne in hochemotionalen Songs. Zusammengehalten wird das Ganze von einer physischen Breitwand-Produktion, bei der enorme Basswucht nicht auf Kosten der Soundtranparenz geht. Ganz schön guter Tipp vom Chris Breuer, hier das ganze Album auf bandcamp. //RRRhund\

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Experimental/Electronic/Psych Collage: „19 Feedbacks“ – der Titel ist in der Tat bereits vielsagend. Der französische Multiinstrumentalist und Soundtüftler Dominique Grimaud hat sich ganz tief zurück zu den identitätsstiftenden Klängen seiner Jugend zurückbegeben – zum Sound der Sixties. Da auch seine eigene Erinnerung an diese Zeit im Bewusstsein über die Jahre zur immer mehr verzerrten Feedback-Schleife wurde, hat er angefangen, sich mit der Geschichte des Feedbacks in der Rock- und Pop-Geschichte zu beschäftigen. Grimaud begann, bekannte wie weniger bekannte Feedbacks aus Songs der Beatles, Stones, Captain Beefheart oder Pink Floyd als Basis für neue Experimentalstücke zu nehmen, die mal an Ambient, mal an klassische Elektronik oder ans Genre der Produktionsmusik (eng. Library Music) andocken. Es bleibt dabei jederzeit spürbar, dass der Franzose diese Zeit gelebt hat, um die musikhistorische wie emotionale Bedeutung der verwendeten Stücke weiß, und diese in seinen schönen, enigmatischen Neubearbeitungen nicht zerstört. Viel Spaß beim 19-teiligen Ratespiel „Teil welches Stückes war ich, und wer hat mich geschrieben und produziert?“ – das ist der nerdige Anteil des Spaßes. Das Schöne ist aber: Man muss dieses Spiel nicht spielen, um Dominique Grimauds „19 Feedbacks“ lieb zu gewinnen (8.5., Discrepant). //RRRhund\

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Experimental/Minimal Improvisation/Deep Listening/Psychedelic Underground: Das belgische Trio Razen ist schon seit mehr als zehn Jahren aktiv und hat das außergewöhnliche Talent entwickelt, aus minimalistischen Improvisationsstrukturen meditative, psychedelische Kraft zu schöpfen und zu transportieren. Dabei nutzen die Brüsseler Künstler nur eine stark reduzierte tonale Skala, konzentrieren sich ganz auf kleine Verschiebungen in Ausdruck, Timing und Timbre, um das Bewusstsein auf das wesentliche Unsichtbare zu fokussieren. Aktuell auf „Robot Brujo“ zu hören (Doppel-LP oder digital), ein Album mit sechs simpel durchnummerierten, überwiegend längeren, Stücken, das gerade beim französischen Label Hands in the Dark erschienen ist. FFO Third Ear Band //RRRhund\

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Synth Wave/Dark Wave/Minimal: „Passions and obsessions“, lautet das Motto, Emotionen als Kraftquelle der Selbstfindung. Hélène de Thoury kennt man schon längst nicht mehr nur von ihren langjährigen Szenebands Phosphor und Minuit Machine – auch Hante., das sehr synthetische, melancholische Soloprojekt der Dark Wave-Künstlerin, ist längst ein Begriff. Ende April erscheint mit „Fierce – Remixes & More“ eine neue Scheibe der Pariserin beim Szenespezialisten Synth Religion, die überwiegend aus Remixen besteht, die das hochklassige Label-Umfeld beigetragen hat (24.4.). So haben etwa Milliken Chamber, Kontravoid, Hørd und Fragrance. Hand an die originalen Edits vom „Fierce“-Album gelegt (bereits im Januar ebenfalls bei Synth Religion erschienen). Zwei neue Originalkompositionen sind aber ebenfalls auf dem Album enthalten, und jetzt gibt es bereits das schöne wie tanzbare Stück „In rapture“ zu hören. Die ganze Scheibe auf bandcamp. //RRRhund\

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Electronic Hardcore/EBM: Wer diese Band einmal live gesehen hat, weiß, dass sich die direkte, explosive Energie von Sängerin Sara Taylor wie ein Lauffeuer im Publikum weiterverbreitet. Hat sich nicht viel geändert im Hause Youth Code. Auch „Puzzle“, die neue Single des EBM-Duos aus Los Angeles, das gewohnt ist, eher mit Hardcore-Bands als zusammen mit feingeistigen, elektronischen Fricklern aufzutreten, ist wieder direkt in your face: brettharte, galoppierende Beats und kreischende, malmende Synth Sounds von Ryan George und on top eben das fiese Organ von Taylor, das wenig Raum für Zweideutigkeiten lässt. Knallt. //RRRhund\

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Noisy Post Punk: What the fuck! Was ein Monster-Sound, was eine Killer-Nummer. „Push you out to sea“ heißt die erste Single vom dritten Album der HEADS.. („Push“, 29.5., Glitterhouse Records). Der wohltemperierte, dunkle Alternative Rock-Stil der letzten Scheibe scheint beim neuen Album Geschichte zu sein, anstattdessen prescht die neue Nummer im noisigen Post Punk-Galopp nach vorne und wirkt ein bisschen wie eine moderne, gut produzierte Fassung des Touch and Go- und Homestead-Sounds der 90er (Jesus Lizard, Bastro et al). Die Produktion des Noise Rock-Trios aus Berlin wird mit jedem Album fetter, die Gitarre flirrt im Breitwandsound, das Schlagzeug schiebt gewaltig, vor allem aber fährt einen der rotzige Röhrenbass von Chris Breuer diesmal wie ein vollgepackter Tieflader an die Wand. Geiles, geiles Ding! Wenn das ganze Album so klingt dann holla die Waldfee … //RRRhund\

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Improvisation Rock/Instrumental: Feuriges Power-Duo aus Sydney. Die Saxophonistin Kirsty Tickle und der Drummer Jonathan Boulet sind Party Dozen, ein Projekt, das auf dem aktuellen Album „Pray For Party Dozen“ (22.5., Grupo) wuchtigen Improvisations-Rock im Gepäck hat. Zu den Beats von Boulet haben die beiden fiese Elektronik-Bestandteile programmiert, über die Tickle strukturiert improvisiert. Aus dieser konzeptionellen Anlage gedeihen gut strukturierte Tracks: cooles Zeug. //RRRhund\

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Sci-Fi Death Metal: Metal auf RRRsoundZ ist selten, wenn das Genre auftaucht, hat das einen besonderen Grund. Im Fall von „Implements of Excruciation“, dem Debüt von Warp Chamber (gerade bei Profound Lore erschienen) liegt es am ungewöhnlich rohen, epischen, alptraumhaften Death Metal-Sound und den Arrangement-Überraschungen der Formation aus dem pazifischen Nordwesten der USA. Der Gesang ist recht konstant Cthulu meets Alien, aber das stört mich in diesem Fall mal gar nicht. Könnte mein privater Power Trip für 2020 werden. //RRRhund\

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Post Punk: „Less of Everything“ (3.4., Upset the Rhythm) heißt das Debütalbum von Es, vier Frauen aus London, die 2016 schon eine EP auf La Vida Es Un Mus veröffentlicht hatten („Object Relations“) und komplett ohne Gitarre auskommen. Dafür übernimmt der Bass mit seinem giftig-kratzigen Chorus-Sound den Lead Part, das Schlagzeugspiel ist ebenso distinguiert wie minimalistisch; die Keyboardflächen sorgen für Breite im Goth-beeinflussten Post Punk-Sound. Dazu kommt die eisige Anarcho-Punk-Attitüde der Sängerin, die mit großer Intensität agiert. Gute Band. //RRRhund\

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Post Punk/Art Rock/Dub: Die Australier Exek sind hier bereits ziemlich häufig aufgetaucht, und waren ja auch im ersten Teil unserer Australienserie von RRRsoundZ zu hören. Jetzt hat die Band aus Melbourne gerade ein neues Video zum Track „Commercial fishing“ online gestellt, das von Sam Dixon genial im klassischen Indie Trash-Stil gezeichnet und abgedreht wurde. Die reguläre Fassung des Songs ist auf dem Album „Some Beautiful Species Left“ zu finden, das 2019 bei SDZ erschienen ist. //RRRhund\

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Nachtrag zur zweiten Australiensendung von RRRsoundZ auf Bermuda Funk: In unserer Melbourne-Sendung Ende März hatte ich mit Haug von Erste Theke Tonträger über die Single-Veröffentlichung von Set-Top Box auf seinem Label gequatscht. Hier ein Live-Sert. Im gleichen Zusammenhang hat Haug in der Sendung den Namen R.M.F.C. gedropped, ohne dass wir Zeit gehabt hätten, etwas von der Band zu spielen. Auch von der Band0 könnt ihr euch ein Liveset in Sydney vom August 2019 reinziehen. //RRRhund\

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Strange Piano Releases II/Neo Classical/Ambient/Kosmische: Auch der Londoner Produzent Max de Wardener hat in Zusammenarbeit mit dem ECM-Pianisten Kit Downes ein ungewöhnliches Piano-Album abgeliefert, das Schlichtheit mit Verfremdung paart. Auf „Music for Detuned Pianos“ (bei Village Green erschienen) nutzen die beiden ungewöhnliche Klavierstimmungen als Spannungselement, die von Komponisten der Neuen Musik wie James Tenney, Harry Partch oder La Monte Young beeinflusst sind. Mit großem Effekt: Die schrägen Stimmungen schießen die Stücke in außerweltliche, fremdartige Sphären. //RRRhund\

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Strange Piano Releases I/Neo Classical/Ambient: Die in Berlin lebende, japanische Pianistin und Sound-Designerin Midori Hirano hat mit „Invisible Island“ jüngst eine recht ungewöhnliche, bitter-süße Piano-Arbeit zwischen Neoklassik, Ambient und elektronischen Manipulationen veröffentlicht (bei Sonic Pieces erschienen). Midori nutzt dabei die Spannung zwischen einfachem kompositorischen Material und anspruchsvoller, filigraner Verfremdung durch elektronische Manipulationen sowie durch dezente aber verstörende, atmosphärische Hintergrundgeräusche. Es ist diese fundamentale Diskrepanz zwischen Tonmaterial und Textur, die dem Hörer beim Durchlauf immer wieder die Füße unter dem Boden wegzieht und zugleich für eine einzigartige Charakteristik sorgt. Wer jetzt von kalten, akademischen Experimenten ausgeht, täuscht sich aber: „Invisible Island“ ist ein sehr emotionales Album mit einer Storyline, beschreibt in einem großen Stimmungsbogen eine innere Reise von düsterer, melancholischer Introspektion über Momente der Wut bis hin zu einer Art kathartischer Auflösung. Meine kleine Nachtmusik im April. //RRRhund\

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Electronic/Experimental/Elektroakkustik: Ein wunderbares Klangreise bietet das italienische Duo Paesefertile auf der aktuellen, gleichnamigen Veröffentlichung (Tape/digital, im März bei Opal Tapes erschienen). Riccardo Gorone und Davide Cannella haben für uns anstatt akademischer Experimente nämlich konzeptionelles psychoakustisches Storytelling im Gepäck, das besonders an der Zersetzung und Fermentierung von Klang gefallen findet. Während Gorone bisher hauptsächlich im Hintergrund des musikalischen Zeitgeschehens aufgetreten ist und als Tontechniker für prominente Künstler wie Tangerine Dream, Henry Cow, King Crimson oder Tuxedomoon gearbeitet hat, hat Schlagzeuger Cannella bisher hauptsächlich unter dem Künstlernamen Wesqk Coast instrumentale Kompositionen veröffentlicht. Bei Paesefertile frönen die beiden ihrer Vorliebe für italienische Folklore, erforschen die Verbindungen von Linguistik und Tonästhetik in Zusammenhang mit sozialem, mythischen und physischen Attributen. Schon beim achtminütigen Album-Opener „Tamburlano the giant“ entpuppt sich die Klangwelt des Duos als großes elektroakustische Theaterbühne mit Storyline: Schaltkreise und Verdrahtungen kommen vorsichtig ins Rollen, werden zum Ghost in the Machine und dann mit Synth-Loops in distinguierte Hallräume gepackt, wo sie von Cannelas verfremdeten, tribalistischen Rhythmusstrukturen durchrotiert werden. Auffällig ist die stimmige Balance, die Gorone und Cannella bei ihren Aufnahmen gefunden haben: eine konstant präzise ausdefinierte, akustische Räumlichkeit liefert dem Hörer den Ruhepol, um den Maschinengeschichten, die sich in einer Form von Schaltkreis-Psychedelia entfalten, folgen zu können. Konzeptionelle Kopfhörermusik für Experimental-Aficionados. //RRRhund\

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Electro Pop/Modern Synth Pop: Den hatten wir 2018 bereits einmal, diesen megatalentierten Finlay Shakespeare aus Bristol. Jetzt also „Solemnities“ (24.4., Editions Mego), der neueste Wurf mit modernisiertem 80er-Synth Pop, und was soll ich sagen: der Gesang ist mitreißend, der Pop Appeal gigantisch, die Hit-Dichte enorm, die Programmierarbeit makellos und das Sound-Design diesmal sogar noch einen Ticken schärfer, mal hypermodern, mal dezent Industrial-inspiriert. Der Mann ist ein kleines Genie und liefert beim Zweitling voll ab. Hab schon beim Debüt nicht nachvollziehen können, warum da trotz 80er-Retrowelle so wenig Aufmerksamkeit zustande kam. Wenn „Solemnities“ nicht einschlägt, verstehe ich die Welt nicht mehr. Top-Regal. //RRRhund\

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Electronic: „We conceive the world around as reality … as a solid state of being … but it is not … it is a stage set … a construct … a frame … a bubble in which we float …“ Enfant Terrible zählt mit seinem rohen Portfolio zwischen Electro, Techno, Industrial und Experimentellem zu den spannendsten niederländischen Elektronik-Labeln und veröffentlicht normalerweise ausschließlich auf Vinyl. Angesichts der tiefgreifenden Veränderungen durch die Corona-Krise hat Labelbetreiber M. nun aber unter dem Titel „Reality as a Stage Set“ eine frei runterladbare, digitale Compilation auf Soundcloud gestellt, die einige der besten Labeltracks enthält, und euch die Gelegenheit bietet, auch ohne Plattenspieler dieses coole Label zu erkunden während die Welt auf dem

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Industrial Post Punk: Das Wort zum unheiligen Karfreitag. Die zweite Single vom neuen Album der Eindhovener Kult-Band RMFTM (Radar Men From The Moon) zeigt noch mehr wie sich die stilistischen Koordinaten nach der Besetzungserweiterung (zweiter Drummer, neuer Sänger) verschoben haben als es die Lead Single bereits tat. „Piss Christ“ ist ein derbes, energisches Stück Industrial Post Punk – anstatt halbelektronischen Krautexperimenten heißen die Bezugspunkte jetzt Einstürzende Neubauten, frühe Swans und Godflesh. Ein ziemliches Brett („The Bestial Light“, 8.5., Fuzz Club Records). //RRRhund\

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Post Punk: Aus dem Mittleren Westen der USA stammen False Brother, die recht eindeutig den australischen, schleppenden, dreckigen Stil von Bands wie Low Life, Diät oder Total Control adaptiert haben und mühelos in diesem großen Chor der bleiernen Schwere mitzusingen in der Lage sind. Schon wieder ein sehr geiler Release auf Iron Lung („Uncanny Valley“, 24.4.). //RRRhund\

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Electronic/Leftfield/Kraut/Psych: Das Göteborger Label Höga Nord Records hat sich in den letzten Jahren zum skandinavischen Leitstern der neuen Kraut-Szene entwickelt und liefert auf konstant hohem Niveau Neuveröffentlichungen zwischen Leftfield-Elektronik, Psych und dem Düsseldorfer Erbe der 70er ab. Die Spezialität der Schweden sind tatsächlich 7″es – so ganz klassisch auf Vinyl gepresst und in generischen, eigens für das Label angefertigten Covern gepackt –, und ab und an wird dann, als eine Art Label-Schau, eine opulente Box zusammengeschustert. Die dritte und neueste heißt „Upwards At 33 1 / 3 Degrees – Höga Nord Rekords Singles Collection Vol . 3“ und erscheint Ende Mai (29.5.). Wird ein gutes Teil, checkt das mal. //RRRhund\

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Electro/Wave/Leftfield Techno: Das israelische Electro-Duo Red Axes hat für Mai ein neues Album bei Dark Entries Records parat (s/t, 8.5.). Die beiden Musiker aus dem kulturellen Hotspot Tel Aviv Yafo waren vom Ausbruch und Ausmaß der Covid-Krise so betroffen, dass sie beschlossen haben, ihre weltweite Community für das erste Video zu aktivieren, um dem negativen Emotionen über die allgemeine Isolation etwas entgegenzusetzen. Also wurden aus aller Welt selbstgedrehte Bildbeiträge eingeschickt, und die Message ist angesichts des so unterschiedlichen Ausdrucks der Beteiligten doch ganz klar: Lasst euch nicht unterkriegen! Ein echtes Statement, hier ist „Break the limit“. //RRRhund\

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Dreampop: Wenn euch bei diesem traumhaften Wetter, zu diesen merkwürdigen Zeiten im Garten die Frühjahrsmüdigkeit übermannt – Achtung! die Eichhörnchen und die Nachbarskatze sicherheitshalber zwei Meter auf Abstand halten: Traumhygiene –, habe ich genau den richtigen Soundtrack für euch. Die White Flowers – ein Dream Pop-Duo, das vom Manchester-Sound der 80er inspiriert ist – haben auf Tough Love gerade ihre zweite 12″ namens „Day by Day“ rausgehauen. Der Titeltrack und das dazu gehörende Video entfachen volle hypnotische Wirkung und legen euch mit künstlerischen Narcotica wunderbar sanft ins Blumenbeet, damit ihr den Nachmittag wegträumen könnt. Toll! //RRRhund\

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Hypnotic Indie Rock: Ein neuer Name aus der Münchner Szene. Das Quartett um die beiden Schwestern Rosalie und Hedwig Eberle (beide Gitarre und Gesang) heißt River und kommt aus dem Friends of Gas-Umfeld. Das Quartett spielt genau wie die Post Punk-Freunde aus der Heimatstadt in seinen Arrangements mit der Illusion des linearen Zeitempfindens, hat aber stilistisch doch einiges anders im Bandsound angelegt. Der Fokus scheint beim selbstbetitelten Debütalbum auf hypnotischem, organisch verwobenem Indie Rock-Sound zu liegen, der mit rhythmischen Experimenten angereichert wird (s/t, gerade bei Cut Surface erschienen). Ein bisschen wie eine Mischung aus der neuesten holländischen Welle mit Bands wie The Sweet Release of Death oder Neighbours Burning Neighbours und den groovigen Innovationen der Schweizerinnen Massicot. Bei der Single „Teppich“ dient der Gesang nur als weiteres Soloinstrument, das Video spielt passend zum wabernden Klangteppich mit Bildern von Gewächshäusern. //RRRhund\

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Indie/Songwriter: Wenn die Tenniscoats-Leute am Start sind, wandern sowohl Musikalität als auch Goldigkeitsfaktor Richtung unendlich. Spirit Fest sind eine neue Band mit Markus Acher von The Notwist, Saya und Ueno von den Tenniscoats (テニスコーツ) sowie Cico (von Joasihno) und Mat (von Jam Money/ Spillage Fete Records). Das Debütalbum „Mirage Mirage“ der Formation erscheint Mitte Mai bei Morr Music (15.5.). Hier das Video zur ersten Single „Zenbu Honto (Every Thing Is Everything)“, bei dem Shinya Kitamura Regie geführt hat. Stilistisch setzt die Sache beim naiven Songwriter-Sound der Japaner an, der durch die eher verspielten Elemente des klassischen Weilheim-Sounds an zusätzlichem Charme gewinnt. Ob die für Ende Mai und Anfang Juni geplante Tour stattfinden kann, wird sich erst noch zeigen. //RRRhund\

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Experimental/Modern Classical/Modern Chamber Music/Improvisation: Die koreanische Cellistin Okkyung Lee hat sich mit ihren extremen, noisigen Soloveröffentlichungen international über die Jahre einen Ruf als eine vitale, treibende Kraft der modernen Improvisationskunst erarbeitet. Ganz anders ist dagegen die neueste Veröffentlichung „Yeo-Neun“ (8.5., Shelter Press) geraten. Eingespielt wurde das Album mit dem Yeo-Neun Quartet, ein experimentelles Kammermusik-Ensemble, das bereits 2016 gegründet wurde: Okkyung Lee am Cello, Maeve Gilchrist an der Harfe, Jacob Sacks am Klavier und Eivynd Opsvik am Bass arbeiten sich durch Lees zehn intime, ambienteske, mal konstruktivistische, mal dekonstruktuvistische Neo-Klassik-Kompositionen, die immer mal wieder an traditionelle koreanische Musik anknüpfen oder koreanische Pop-Musik referenzieren. Darüber improvisiert die Koreanerin in ihrem unnachahmlichen Stil, aber eben diesmal sehr introvertiert, mit dem Blick nach innen. Eine Aufarbeitung von Lees Biographie – von der Kindheit in Korea, über die Ausbildungszeit in Seoul und Boston, die Residenz in New York bis zur Entwurzelung durch das nomadische Leben der (dauer)tourenden Musikerin. Spannend und schön. //RRRhund\

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Electronic/Minimal/Tribal: Echtes elektronisches Kleinod aus Japan. Auf „Odoriko“, dem Debüt-Longplayer für das Londoner Label Alien Jams (seit Mitte März erhältlich), baut Hoshina Anniversary seine rhythmischen Strukturen auf unnachahmliche Weise zusammen: Minimalistische, feingliedrige Sequencer-Figuren werden elegant mit dem organischen Klang traditioneller, japanischer Percussion-Instrumente zu kleinen polyrhythmischen Herden von Tribal-artigen Grooves verschmolzen, die über die Inseln des japanische Archipels tanzen, die der Veröffentlichung ihren Namen geliehen haben. Darüber legt der Produzent aus Tokio gerne modale Klavierakkorde Marke Blue Note, Alien Acid-Sounds und Abstraktes aus dem Soundlabor. Bei einigen Stücken enttarnt der Elektronikkünstler seine Arbeit freizügig als de/konstruktivistisches Werk der metropolen Avantgarde, indem er schonungslos artifiziell verdichtet oder entkernt. Die schönsten Stücke wie der Opener und Titeltrack leben jedoch vom Anschein des Organischen, sind aber tatsächlich in filigraner Detailarbeit am musikalischen Reißbrett entstanden. Charmant, innovativ, einzigartig. //RRRhund\

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Dark Alternative/Cold Wave/Synth Wave/Minimal: eNiB ist das Soloprojekt von Filippo Biagioni Gazzoli, dem Sänger der römischen Post Punk-Band Echoes of Silence. Auf „Cut“ (13.4.), einem Longplayer für das brasilianische Label Wave Records, hat er neun atmosphärische Songs zwischen elektronischem Dark Wave und Minimal versammelt, die ab und an auch Ausflüge ins dunkle Techno-Terrain machen oder à la The KVB hypnotisch-motorische Kraut-Grooves integrieren. Der sanfte Gesang von Gazzoli ist perfekt in den stimmigen Sound eingepasst, zusätzlich beweist der Italiener Gespür für Atmosphäre – ein in diesem Genre zwingend erforderliches Talent. Qualitätsware. //RRRhund\

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Dark Alternative/Post Punk/Cold Wave: Im November hatte ich die gute Vorabsingle „Crack“ vorgestellt. Jetzt ist „Die Notwendigkeit der Notwendigkeit“ (bei Grzegorzki Records draußen), der erste Longplayer von Paar, draußen. Das Cold Wave-Trio zählt bei allen Einflüssen aus den 80ern zu den modernen Genre-Vertretern, setzt bei seinen vielschichtigen Arrangements auf runde, ausgereifte Ideen und eine fette, professionelle Produktion. Dichte Texturen von Gitarre und Bass bilden bei den Münchnern die Basis des Sounds und werden von kraftvollen Drum Computer-Spuren vorangetrieben, mit geschickt austarierten Synthelementen zum Breitwandsound verdichtet. Darüber schwebt die kühle Stimme von Sängerin Ly Nguyen und sorgt für die Notwendigkeit des notwendigen Wiedererkennungswerts. //RRRhund\

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Post Punk: Mit Friends of Gas auf die „Felder“. So heißt nämlich die erste Single vom neuen Album „Kein Wetter“ (5.6., Staatsakt), das von Olaf O.P.A.L. produziert wurde, und wieder straighter daherkommt als die letzte EP. Auch das Video hat ein Protagonist aus dem alten Weilheim-Universum beigesteuert, nämlich Anton Kaun AKA Rumpeln, der sich in den letzten Jahren zunehmend auf visuelle Arbeiten verlegt hat. //RRRhund\

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Weird Punk/Garage/Berlin Szene: Denes Bieberich hat aktuell mit seinem Soloprojekt Dee Bee Rich einen fetteren Output als die Bands, an denen er beteiligt ist (unter anderen die genialen Pigeon). Gerade im November hatte ich das letzte Tape besprochen, jetzt ist schon der nächste selbstbetitelte Wurf des Berliners beim Hamburger Label rds rec. hh erschienen, der sieben Weird Punk-Songs in gewohnt knackiger Länge unterhalb der 2-Minuten-Marke enthält, die wieder an gewohnter Adresse – Allee der Kosmonauten – auf Vierspur geknallt wurden. Das stilistische Spektrum der LowFi-Geschichte reicht von lakonisch-minimalistischem Post Punk-Flow mit Pop Appeal bis manisch-bissig-bellender Hardcore-Garage im Vollgalopp. Wohl bekomm’s! //RRRhund\

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Compilation/Berlin Szene/Allee der Kosmonauten: Berlin in spannend. Hatte ich euch bisher vorenthalten, und das war falsch. Denn mit jedem weiteren Hördurchlauf stelle ich fest: Das Ding ist so ein essenzieller Einblick in die aktuelle, vitale Berliner Underground-Szene in der Allee der Kosmonauten, dass man vielleicht sogar eine Vinylfassung nachschießen sollte, wenn die Kassetten verkauft wurden. Bereits Anfang Februar ist auf dem Kassetten-Label Billo „Achtung ADK“ (Tape oder digital), eine Zusammenstellung mit 13 undergroundigen, exklusiv in der Allee für diese Compilation aufgenommenen Tracks aus den Bereichen Punk, Post Punk, Goth, New Wave und Experimentelles erschienen, die neben einigen wenigen, in den letzten Monaten bekannt gewordenen Namen wie Aus, Gesture und Liiek etliche Bands und Projekte enthält, die jenseits der Stadtgrenzen von Berlin noch unbekannt sein dürften. Labelbetreiberin Billerbeck ist mit Aus, Die letzten Ecken, Schimmel über Berlin und Stunde Null selbst gleich viermal mit sehr unterschiedlichen, hochklassigen Projekten vertreten. Mein absoluter Lieblingstrack stammt aber von Noj, die mir bisher nur per Namedropping untergekommen waren und hier mit „Descent“ einen megaatmosphärischen New Wave-Track im Stil des frühen Colin Newman abliefern. Perfektion. Da kommt hoffentlich bald was Längeres nach – aber wer weiß, vielleicht sind Billo oder der Iffi von Static Shock / Static Age schon längst dran. //RRRhund\

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Post Punk: Neue Single von AHRM aus Malmö, die uns auf dem Blog ja auch bereits länger begleiten. Das schwedische Post Punk-Trio ist mittlerweile wieder in sehr melodischen, songorientierten Gefilden unterwegs und ich meine bei „Fire“ Borland’sche Vibes zu spüren. Die Single gibt’s aktuell sogar umsonst. Pretty nice. //RRRhund\

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Monatliche Zusammenfassung der Kurztipps auf facebook.com/RRRsoundZ

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