+Kurz rausgehackt: Juni 2016



Harsh Electronics/Epic Noise/Deconstructivist Power Jungle: Silver Waves, das Noiseprojekt von Dylan Mallett aus Bristol (und nicht etwa die Nu Kraut-Band gleichen Namens), hat auf Howling Owl und Portals Edition nach zwei Tape-Veröffentlichungen die „EP3“ am Start, die zum ersten Mal auch auf Vinyl erhältlich sein wird. Zum Track „V“ – harter, epischer, dekonstruierter Jungle Noise, irgendwo zwischen den frühen Wolf Eyes und Ben Frost – gibt’s auch ein hübsches, grafisches Video, das aus den Daten des Tracks generiert wurde. //RRRhund\

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Alternative/Indie Rock: The Early Years sind zurück – das zweite Album, simpel „II“ betitelt, erscheint am 23. September bei Sonic Cathedral. Schwelgerischer Indie Rock mit Psych-Elementen: die erste Single „Nocturne“. //RRRhund\

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Mental poly-rhythmical Tech: England ging freiwillig. Island trat gestern nach. Es sind surreale Tage im bunten Realitätstunnel. Weil Holland dabei irgendwie in allem zu kurz kam, gibt es nun elektronische Musik von Parrish Smith, released auf dem Amsterdamer Label Knekelhuis. Die rau-metallische ziemlich dunkle Ästhetik von „Stillness & Secrecy“ ist am besten direkt mit den Worten ihres Machers beschrieben (über Juno plus): „The track was made in a difficult period of time when I had to face some serious personal issues. It’s about living with secrets and living with certain issues in while remaining in silence. Weird times. When I think about music it’s connected with images and memories. I wanted to translate this through a visual video clip. The video is created in a tunnel … seeing this as the time I was pretty naive and couldn’t get out of it. All the stones and rocks stands for willpower, history and about how we are, we never change in a way.“ \K

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Memphis Punk II:: „Summer of Fear/1906“ ist die neue Single von Ex-Cult aus Memphis (12.8., Teil der LAMC-Serie auf Famous Class Records). Die B-Seite „1906“, ursprünglich eine eher düstere Nummer der kultigen West Coast Pop Art Experimental Band, wird in unnachahmlichen, furiosen Garagen Punk übersetzt. Unstoppable. //RRRhund\

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Memphis Punk I: Die Nots aus Memphis haben im Spätsommer ihren zweiten Longplayer „Cosmetic“ am Start (9.9., Goner Records). Die erste Single der Girlband aus den Südstaaten prescht energisch nach vorne, die Band verarbeitet gekonnt Post Punk-Elemente sowie Noise Rock-Elemente à la frühe Sonic Youth: „Entertain Me“. //RRRhund\

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Alternative/Electronic: Die letzten Tage gab es auf der Trentemøller-Seite einigen Wirbel, weil der Elektronikmeister aus Kopenhagen für September ein neues Album angekündigt hat („Fixion“, 16.9.). „River in me“ ist die erste Single und hat wenig überraschend Jehnny Beth am Gesang – war Trentemøller doch jüngst entscheidend an der Produktion des neuen Savages-Albums beteiligt. Für September wurden auch einige wenige Livetermine in europäischen und nordamerikanischen Metrolpolen angekündigt (etliche Konzerte sind bereits ausverkauft), eine ausgedehnte Tour soll dann 2017 folgen. //RRRhund\

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Alternative/Dark Psych/Post Punk: Die Ritual Howls aus Detroit stehen in den Startlöchern für ihre neue Scheibe „Into the water“ (19.8., Felte). Die erste Single kommt mit verzerrtem Bass, Bottleneck-Echo-Gitarre über einem entspannten, schweren Halftime-Groove – zwischen Post Punk und dunklem Psych: der Albumopener „Scatter The Scars“. //RRRhund\

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Instrumental Post Punk/Noisegaze: Im Januar haben wir auf unserem Blog The Spoiled, das instrumentale Post Punk-Soloprojekt von Giovanni Santolli, vorgestellt, der damals seine erste Veröffentlichung, die beeindruckende „Ironshell“-EP, ins Netz gestellt hatte. Nun ist beim französischen Label Manic Depression Records mit „Parasite“ der erste Longplayer erschienen, der produktionstechnisch nochmal eine Latte drauflegt, und erneut das außergewöhnliche Talent des italienischen New Wave-Musikers für epische Soundschichtungen offenbart. Die Scheibe gibt’s als Digipack-CD oder digital via bandcamp. //RRRhund\

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Post Rock/Noisy New Wave: Das urprünglich aus Australien stammende Post Rock-Duo Civil Civic ist nun schon länger in Europa ansässig und veröffentlicht im Oktober sein zweites, mittels Crowdfunding finanziertes Album „The Test“ (14.10., Gross Domestic Product). Geht man von der ersten Single „The Hunt“ aus, hat die Band ihrem noisigen New Wave-Sound etliche progressive, elektronische Einschübe hinzugefügt, die für eine noch stärkere Stilspreizung sorgen: Quasi „post everything.“ Im Herbst ist die Band dann nach Längerem mal wieder in Europa auf Tour. Bitte vormerken: 1.11., Esslingen, Komma //RRRhund\

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Alternative: „We have far more in common than which divides us.“ Die depressive Portishead-Coverversion von Abbas „SOS“ hatte ich letztens schon gepostet. Ursprünglich als Beitrag zum Soundtrack des Films „High Rise“ (übrigens eine Ballard-Adaptation) aufgenommen, hat die Band jetzt ein Video zu dem Track veröffentlicht, das Bezug auf den Neonazi-Mord an der britischen Labour-Politikerin Jo Cox nimmt – kurz vor der Brexit-Wahl in Großbritannien ein ebenso gut getimtes wie gewichtiges politisches Statement. //RRRhund\

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Dinosaur_tiny

Indie Rock: Und schwups … ist das erste Video zur neuen Dinosaur Jr-Scheibe online – J. Mascis skatet im Video zu „Tiny“ unter anderem mit (s)einem sehr sportlichen Hund. Enjoy! 😀 //RRRhund\

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Afro American Spirituals/Soul/Black Metal: Algiers war erst der Anfang. Hört euch mal Zeal and Ardor aus New York an, die den Spagat zwischen feurigen, gequältem Soul – genauer gesagt Sklavenmusik – Black Metal und einigen weiteren Stilelementen auf ihrem Zweitwerk „Devil is Fine“ mühelos stemmen. Nach dem Titeltrack weiß man schon Bescheid – Sommer-Soundtrack, definitely. Thx Philip! Beim Noisey gibt’s mittlerweile einen interessanten Background-Artikel samt Interview. //RRRhund\

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Noise Rock/Electro Punk/Post Punk: Aus der Kategorie „Bands, von denen man bald mehr hören wird“ – YASS, das sind Markus (der Drummer von Ten Volt Shock) und Frank (Gitarre/Gesang bei Kurt und Ten Volt Shock); also ein Duo aus dem Schwarzwälder Noise Rock-Adel, das elektronische Sequenzer-Loops geschickt als Post Punk-Backbone einer brachial pulsierenden Modernsierung des Genres nutzt. Im Juli kommt der erste Longplayer als Co-Release von -273°C, Salon Alter Hammer und X-Mist. Bis dahin erfreue ich mich an den vier Tracks, die via bandcamp zu haben sind. Am 25. Juni übrigens live in Karlsruhe im P8 zu begutachten. Hier das tanzbare „Odessa“. //RRRhund\

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Modern EBM/Darkness on Cocaine: Meine Güte haben die geile Bands, die Belgier. Die Onmens sind ein halbelektronisches Duo aus Gent, bei dem Sigfried Burroughs, der bei The K. Schlagzeug spielt, das Mikro bedient. Auf den Trümmern von EBM sowie dem 90er Upgrade von Atari Teenage Riot aufbauend fahren die beiden ein dreckiges, manisches Elektro-Programm. Darkness on cocaine: „Take a life.“ //RRRhund\

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Post Punk/Alternative: … und noch mehr von dem leckeren, grauen Zeug – tolles Video. Die Preoccupations (vor kurzem noch Viet Cong) haben im Herbst ihr neue Scheibe am Start (s/t, 16.9. Jagujaguwar), die sich mit Kindheitsängsten auseinandersetzt. Folglicherweise heißt die erste Single auch „Anxiety“ und ist eher düster – die 60s Psych-Elemente vom ersten Album sind einem Dark Alternative-Sound gewichen. Im Juni ist die Band für einige wenige Termine in Europa, im Herbst folgt dann eine ausgiebige Tour auf dem alten Kontinent. Für uns kommen dann Straßburg (21.11.) oder Köln (28.11) infrage. //RRRhund\

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Post Punk: Mmmmm … nice. Hier das neue Video zu „Ego“, meinem Lieblingssong von der neuen Karies-EP – wie immer hübsch in Graustufen gepackt, bewegt sich im Video von Alexandra Rilli, Elias Engelhardt und David Münch bedrückende Durchschnittsarchitektur zum Puls der Musik. //RRRhund\

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Nu Wave/Minimal Synth: Das amerikanische Minimal Synth-Duo Boy Harsher steht vor der Veröffentlichung seines Debütalbums („Yr Body Is Nothing“, DKA Records, 20.6.) – hier der großartige Titeltrack. //RRRhund\

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+Blast from the past: Unter dieser Rubrik möchte ich gelegentlich (eher unbekanntere) Musikperlen aus dem Keller der Ton-Geschichte für euch holen. Den Anfang macht Solid Space mit dem wunderschön-melancholischen Wave-Synth-Track „Destination Moon“. Das Album „Space Museum“ war leider auch das Einzige der Band – erschienen 1982 auf Tape bei In Phaze Records. Ein klarer Fall für eine potentielle Neuauflage durch Dark Entries Records (allein schon deswegen, weil das Tape unter Sammlern bei discogs auch schon mal für 200 Euro über den Tisch ging) … \K

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Garage Hardcore/Noise Punk: „Just when I thought I was out … they pulled me back in.“ So ähnlich wie beim Paten war’s wohl auch beim Labelbetreiber von A Wicked Company, der gerade dabei war, sich wieder aus seinem wirtschaftlich nicht gut laufenden Labelgeschäft zurückzuziehen, als er irgendwo in der Gegend von Hoboken, New Jersey, über die drei Wahnsinnigen von Rathaus (den ersten Teil des Wortes bitte so aussprechen wie das Nagetier, also auf Englisch) gestolpert ist. Ein Demo wurde übergeben, und einige Monate sowie eine Aufnahmesession später liegt die „Rathaus Rathaus Rathaus“-12″ vor. Fünf Tracks infernalischer Noise Punk mit starkem Garagen Touch – viermal im Hardcore-Galopp und einmal Midtempo mit noisigen Goth-Gitarren-Einschlag. Keine Gefangenen. //RRRhund\

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Indie/Psych Pop: Die waren übrigens auch ganz nett auf dem Great Escape Festival in Brighton – das sympathische schottische Duo Man From Moon hatte ein klares Konzept wie es seinen transparenten Studiosound auf die Bühne kriegt. Schöner Psych Pop: die Single „The Road“.

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Abul Mogard - „Works“

Elektronik/Experimental/Ambient/Drone/Heavy Industry Ambience: Letzten August hatten wir bei RRRsoundZ über das serbische Synth-Wunder Abul Mogard berichtet, der in den letzten Jahren in der Ambient-Szene für Furore sorgt. Bei Ecstatic erscheint nun unter dem Titel „Works“ eine wunderschöne Doppel-Vinyl-Ausgabe, die die raren Tapes der letzten Jahre zum ersten Mal auf Platte bannt. //RRRhund\

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Tribal-Drone-Tech: ich habe eben versucht meine Daumen dazu im Takt zu drehen … es war auch als Hobby-Sportlerin zu anstrengend. Dazu erzeugte „Cephalon“ von Rrose mentale Bilder, die mich in der Dämmerung durch unbekannte Gegenden im Regen heizen ließen, verfolgt zum Beispiel durch einen riesigen Schwarm von in Wasser getränkten Insekten, die … irgendwie trommeln und nass zischen. Ist das gut? Eventuell. Ist das ominös? Ja. Ist das langweilig? Nö, für Freunde von Autechre, Vatican Shadow, Silent Servant und dergleichen. Ist im Rahmen des „Facticity“-Boxsets Anfang Juni released worden auf dem Infrastructure New York Label. Der Name Rrose ist übrigends an Marcel Duchamps weibliches Alter Ego „Rrose Selavey“ angelehnt. \K

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Nu Wave/Future Soul: „Suicide is an educated guess“. Love Cult – quasi die russischen HTRK – haben mit „Educated guess“ eine sehr atmoshärische neue Single am Start, zu der das Video von Alina Philippova wie die Faust aufs Auge passt … //RRRhund\

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Schweinerock: Die Japaner Boris haben im Juli ihr neues Album „Pink“ am Start (Sargent House, 8.7.) – „Are you ready?“ ist schon mal ein Brecher vor dem Herrn und holzt fröhlich vor sich hin … //RRRhund\

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Punk/Post Punk: Ach schau her – auf der Arte-Seite steht jetzt das komplette Konzert der französichen Kultband Frustration in der Villette Sonique – und das in hervorragender Qualität. Bei einer Nummer ist Jason Williamson von den Sleaford Mods auf der Bühne und gibt den Sleaford Mods-Hit „Tweet Tweet Tweet“ mit Frustration als Backing-Band zum Besten … das vorher verbreitete, aus Publikumsaufnahmen zusammengeschnittene Bootleg-Video dieser Kollaboration hat aber trotz schlechterem Sound auch enormen Charme. //RRRhund\

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Indie/Cold Wave: „And it’s all too much …“ – nichts für Dentalphobe ist das neue Video des britischen Duos The KVB zu „Never enough“ – dafür hat Regisseur Peter Strickland (der unter anderem auch bei Björks „Biophilia“-Video Regie führte) zu viele klinische Behandlungsszenen aus einem ungarischen Dentalkrankenhaus in sein schickes surreales Angst-Kunstwerk eingebaut. //RRRhund\

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