+Kurz rausgehackt: März 2017

Noise/Power Electronics: Und dann erscheint heute noch die neue Pharmakon-Scheibe „Contact“ bei Sacred Bones Records, eine Pflichterwähnung. Zum neuesten Noise-Menü serviert uns Margaret Chardiet ein wie immer sehr unangenehmes Low-Tech-Body Horror-Video, das sie in Zusammenarbeit mit einem gewissen Latex Lucifer für den Track „Somatic“ produziert hat. Demnächst auch auf Tour, aber hierzulande diesmal nur in Berlin abzugreifen. //RRRhund\

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70s Retro/Psych Pop/Soul: Leute, 25 Grad in Mannheim, Sommer-Vibes, und dann stolper ich über diese außergewöhnliche Platte, mal was gaaanz anderes vom Hund. Chaz Bundick Meets The Mattson 2 ist der Name, unter dem die Kollaboration von Chaz Bundick (Toro Y Moi) und den Mattson-Brüdern Jared und Jonathan in den letzten beiden Jahren aufgenommen hat. „Star Stuff“ (heute bei Company Records erschienen) ist Früh-70er-Retro in Perfektion, oszilliert organisch zwischen Psych Pop, 70er Fusion und Soul Groove. Die eine Platte, die ein weniger rockiger Lenny Kravitz in den 90ern gerne mit George Benson gemacht hätte. Oder so ähnlich. Hier der fluffig groovende Titeltrack. Splendid. //RRRhund\

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Experimental/Minimal/Continous Playing: Der Bosnien-stämmige Schweizer Mario Batkovic stellt auf seinem Debütalbum ungefähr das mit seinem Akkordion an, was man von Colin Stetson im Bereich der Blechbläser und von Lubomyr Melnyk auf dem Piano gewohnt ist – atemberaubendes Continous Playing und moderne Minimal-Strukturen: mit psychedelischem Effekt. Neuer Zugang zu einem Instrument, das in Europa eher einen verstaubten Ruf genießt (s/t, bei Invada Records erschienen, Vinyl am 28.4. zu kriegen). //RRRhund\

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Post Punk/Krauty Art Punk: Wer spät zur Post Punk-Party erscheint, muss etwas Besonderes bieten. Das gilt zum Beispiel für die Bay Area-Punks Marbled Eye, die auf ihrer aktuellen „EP 2“ (beim Mannheimer Label Erste Theke-Tonträger erschienen) mit ebenso eigentümlicher wie herausragender Art- und Proto Punk-Gitarrenarbeit auffallen und ansonsten eher einen klassisch-spröde-repetetiven Flow à la Crisis haben. Gefällt mir sehr gut. FFO Wire, Crisis, Diät, Institute, Total Control. //RRRhund\

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Alt. Hip Hop/Experimental Chopped and Screwed Witchhouse: Das Glasgower Tape-Label Clan Destine Records verblüfft mich in den letzten Monaten immer wieder mit dichten Underground-Veröffentlichungen aus den verschiedensten (in der Regel dunklen, semi-experimentellen) elektronischen Bereichen. Krachiger Dark Techno, Goth, Post Industrial, Witch House – alles Mögliche ist geboten. Neuestes Beispiel ist das „Slop Tape“ des mysteriösen N – Alternative Hip Hop, der auf Soundschnipseln aus dekonstruiertem Witch House-Tracks basiert. Eine Art Ghost Hop – ziemlich Psycho und ein sehr sehr eigenständiger Stil. Hier „GhostNNN“. //RRRhund\

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Alternative/Indie/Krauty Art Rock: Diese Trompete von Marcus Racz … das ist schon fast Calexico-Wüstensound-Melancholie. Und das besondere Merkmal, mit dem Chick Quest bei „One dead end leads to another“ auftrumpfen. Und auch sonst ist das Quartett aus Wien um Ryan White und Iris Rauh auf seinem zweiten Album „Model View Controller“ mit einem hochklassigen, erdigen Indiesound am Start: Groovige Rhythmussektion, schöne Arrangements. Stilistisch haben sich die Österreicher auf dem Wühltisch der Rock’n’Roll-Geschichte ordentlich in den Sektionen End-70er Art Rock und Indie-Sound der 2000er Jahre bedient und das Ganze mit einem leichten Garagenvibe verpackt. Ziemlich stimmige, schnufte Sache. //RRRhund\

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Noise Rock/Punk’n’Roll: Schon ein Jahr alt, aber egal. Diese herrliche Kollaboration von Metz und Swami John Reis (Rocket from the Crypt, Drive Like Jehu) zum Record Store Day 2016 bietet eine großartige Mischung aus Noise Rock und Arschtret-Rock’n’Roll und soll euch nicht vorenthalten bleiben. //RRRhund\

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Indie Rock/Post Punk: The Faded North ist eine Band aus dem Norden von England, die es irgendwie nach Wien verschlagen hat. Auf seiner selbstbetitelten EP debütiert das Trio mit Post Punk-beeinflusstem, melancholischem, ätherisch schwebendem Indie Rock, der an The XX und die letzte DIIV erinnert. Guter Song: „Worm“. //RRRhund\

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Alternative/Post Punk/Nu Kraut/Tribal Post Goth: Houses of Heaven ist das neue halbelektronische Projekt von Keven Tecon (Vaniish). Die erste Hörprobe „Black waves“ arbeiten geschmackssicher mit dem Kontrast zwischen einem tribalartigen Nu Kraut-Groove und spaceigen, wegfliegenden Sounds, die jede Menge Atmosphäre transportieren. Mit psychedelischem Effekt. Treffer. („Remnant“, Felte, 19.5.) //RRRhund\

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+BLAST FROM THE PAST: Nach vielen Jahren wieder online steht das originale, fiese Video zu „Miles iz ded“. 1992 war die Darstellung des Drogenkonsums ein mittlerer Skandal – und siehe da: auch heute noch ist es schwer zu ertragen. Ach so ja, der Song selbst: Nicht nur die beste Nummer von The Afghan Whigs, sondern auch eine der besten Tracks der Grungephase überhaupt. Und jetzt alle: „Don’t forget the alcohol, ooooh baby, ohhhh baby …“ //RRRhund\

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Alternative/Electronic/Post Industrial Synth Pop: Wolf Shield ist das elektronische Soloprojekt von Randy Reimann aus Brisbane – moderner Synth Pop, dem postindustrielle Orgelpunktflächen und entrückter Echogesang eine eigene Soundidentität, eine merkwürdige, quasi sakrale Räumlichkeit verleihen. Good stuff, Lawrence English hatte auch seine Finger drin („Residuum“, als Tape oder digital auf bandcamp). //RRRhund\

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Nu Wave/Techno/Chanson/Video Feature: Meine Hörgewohnheiten waren letztes Jahr stark retro – durch das aktuelle Minimal- und Synth Wave-Revival geprägt, das eine Vielzahl von Highlights zu bieten hat. Die besten Veröffentlichungen kamen dabei in der Mehrzahl von Frauen – oft bei DJ-Sets gespielt und noch häufiger im Hundehaushalt gehört waren dabei die Veröffentlichungen der Künstlerin Marie Davidson, die an den Grenzen von Techno, New Wave und Chanson Schnittstellen schafft, die in den 80ern also musikhistorisch, so gar nicht existiert haben. Spannende Einblicke in den Hintergrund, die Denk- und Arbeitsweise der Kanadierin und auch ein bisschen liebenswert Nerdiges liefern die Kollegen vom empfehlenswerten Kaput – Magazin für Insolvenz und Pop mit ihrem Videofeature. //RRRhund\

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Left-Field Jazz x Art Rock: Oh Boy. Ein wunderbares Blackest Ever Black Release (soon to come), das sich intensiv im Rendezvous zwischen expressionistischer (Free) Jazz Dystopie, Drumplay im Dub-Verzug und gitarren-induzierten Endorphinen bewegt. Nachtmusik. Oder ein Otto Dix Bildnis vertont? Jac Berrocal, seines Zeichens Trompeter, das Licht der Welt erblickt im Jahre 1946, hatte in der Vergangenheit u.a. mit Nurse With Wound musiziert. Hier kollaboriert er wieder im Trio mit den französischen Ebenfalls-Avantgardisten, David Fenech (Gitarre) und Vincent Epplay (Electronics) und liefert auch die prägnanten Vocals mit eigenwilliger Punk-Dynamik. Manchmal gibt es keine Antwort auf die „Why“ Frage. Why are we so strange tonight? /K

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Experimental/Improvisation/Musique Concrète: Die Swarmandal ist eine indische Harfe, die vor allem in der hinduistischen Klassik Verwendung findet. Dem britischen Experimentalmusiker Stuart Chalmers dagegen dient sie auf „Self-Destruction“ hauptsächlich als Klangerzeuger für seine loopig schwebenden, esoterischen Musique Concrète-Tracks, in deren inhaltlichem Zentrum die sehr konkreten Selbstzerstörungstendenzen der Menschheit stehen. Entsprechend düster ist das Werk ausgefallen – eine thematisch geschlossen wirkende, gelungene Veröffentlichung für Experimental-Aficionados mit Vorliebe fürs Okkulte. //RRRhund\

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Neo-Ambient: „Mono no aware (もののあわれ)“ ist eine auf dem Berliner Experimental-Label PAN in Kürze zu erwerbende Compilation, die sich im harmonischen Raum fernab von Lärmkorrosion und von Industrial-Drama bewegt. Die in Berlin ansässige Chinesin Pan Daijing und der dänische DJ/Produzent HVAD lassen uns mit „Zhao Hua“ gewichtslos und stimmlich sehr subtil durch einen ätherisch-schwarzen Blütengarten schweben und erinnern uns gleichzeitig an die Vergänglichkeit aller Individuen und Dinge. Wer William Basinski, Eno & Co mag, sollte auch dieses ruhige Stück genießen können. /K

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Alternative/Psych Pop: Nicht neu. Dafür Pop mit Frauenstimmen. Und aus Manchester. Whyte Horses. Ich nutze die Gelegenheit nach dem Lesen der morgentlichen Nachrichten (oh, Handschüttelverweigerung durch mental 2-Jährigen, ah, Krieg-Mord-Totschlag, uh Mord-Totschlag-Krieg) um etwas süßliches psychedelisches Parfüm in diesem kleinen Raum abseits der realen Welt zu versprühen. Psych-Pop-Musik will make this world a better place und so … /K

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Garage Punk: Brat Farrar, mein Lieblings-Garagenpunker aus Melbourne, hat mit „III“ ein neues Album am Start. Alles wie gehabt: songorientierter Semi-Low-Fi Garagenpunk mit gelegentlichen Shoegaze-, Power Pop- und Stonereinsprengseln. Und natürlich sehr gut. Eins, zwei, drei, vier: Frühlingssoundtrack. //RRRhund\

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Industrial Pop/Goth/Nu Wave: Ein bisschen untergegangen ist letztes Jahr die „We Are Aware“-12″ von Clay Rendering auf Hospital Productions – und das obwohl die Aufnahmen von Labelbetreiber Dominic Fernow, besser bekannt unter seinen Künstlernamen Prurient und Vatican Shadow, produziert wurden. Vermutlich liegt es an der rigorosen Beschränkung auf das Vinyl-Format … dabei hat das magnetische Duo, bestehend aus dem Ehepaar Mike + Tara Connelly (Ex-Wolf Eyes), hier einen veritablen Hit für die schwarze Szene am Start – sounds good on the dancefloor: der Industrial Pop-Titeltrack „We are aware“. //RRRhund\

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Nu Kraut/Psycho-Drone Rock: Neue Single vom Nu Kraut-Psycho-Drone-Trio avoid!avoid. Nachdem die hierzulande noch recht unbekannte neuseeländische Band zum Jahreswechsel mit dem Auftauchen in diversen illustren Jahresendlisten bereits für Aufsehen gesorgt hatte, ist jetzt eine schlappe 13-Minuten-nochwas lange, neue Single am Start, die den hypnotischen Charme der Neuseeländer bestätigt. Einmal New York rückwärts, bitteschön: „Meteor“ //RRRhund\

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Indie Rock/Power Pop/Motoric Punk: Schon länger her, dass es vom Captured Tracks-Label mal was mit Feuer im Arsch zu hören gab. Tatsächlich geht „Energy“, die aktuelle Uptempo-Single der B Boys mit ihrer Mischung aus New York-Indie Rock-Vibe, Power Pop und angepunktem Motoric Beat, so ab, dass sie vor lauter kinetischer Energie rhythmisch fast auseinanderfliegt. Aber eben nur fast, klasse Teil, echter Frühlingssoundtrack. Zu finden auf dem neuen Album der selbsternannten Dadaisten, das im Mai kommt („Dada“, 19.5., Captured Tracks). //RRRhund\

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60s Psych Pop/Glam: Die aktuelle, eher getragene Single des Garagenrock-Lieblings Ty Segall präsentiert sich mit einem eigenartig entrückten Arrangement zwischen Psych und Glam. „Black Magick will save us all.“ („Sentimental Goblin EP“, 17.3., Suicide Squeeze Records) //RRRhund\

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Indie Rock/Post Hardcore/Emo Rock: Zur Abwechslung mal Belgien an dieser Stelle. 😀 Supergenius besteht aus Mitgliedern von Oathbreaker, Wiegedood, Rise und Fall And Beecher. Das Quartett hat nach einer EP auf Golden Antenna Records gerade sein Debüt-Album eingespielt und präsentiert uns das unterhaltsame Video zu „A Serious Case of Imposter Syndrome“. Serious 90s Syndrome würde ich eher sagen … 90er wie in post-hardcoriger, emo-rockiger, leicht angepunkter Indie Rock-Sound, der munter-entspannt nach vorne galoppiert. Trotz historischer Vorlagen angenehm frisch. //RRRhund\

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Lego Sleaford Mods play „Jobseeker“: Besser als die neue. //RRRhund\

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Goth Punk/Death Rock/Post Punk: Wer mal wieder Bock auf einen sehr punkigen schwarzen Sound hat, ist bei „Skin“, der aktuellen EP des Kopenhagener Quartetts Melting Walkmen, genau richtig. Drei Tracks mit leidenschaftlich vorgetragenem Goth Punk und Death Rock von Veteranen des Red Tape-Kollektivs der dänischen Hauptstadt. Das Ganze zum fairen „Name Your Price“-Deal. Passt. Groschi von 12XU hatte im Januar übrigens das letzte Album der Band vorgestellt … //RRRhund\

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Experimental/Weird Post Modern Black Metal not Black Metal/Post Rockish Semi-Jazzy Noir Nightmares: Black Metal Ist ja normalerweise gar nicht so meine Baustelle, aber die Jungs sind so far out, so weit entfernt vom Genrekern, dass sie sich schon länger eine Erwähnung an dieser Stelle verdient haben und nun auch erhalten. Mamaleek, das sind (angeblich) zwei anonyme Brüder, die in San Francisco und Beirut(!) ihre Aufnahmen anfertigen und ihre Black Metal-Roots dabei auf einzigartige Art über alle Genregrenzen hinweg transzendieren. Das gilt vor allem für „Via Dolorosa“, das akuellste Album, das bereits 2015 bei The Flenser erschienen ist. Abgespacete, stilistisch schwer zu greifende Soundscapes zwischen Noir, Ambient, Post Rock und Jazz treffen auf verschrobenes Black Metal-Gekeife. Das musikalische Ergebnis ist einzigartig – zugleich dunkel, warm und verstörend … faszinierend. //RRRhund\

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Alternative/Cold Pop/Nu Wave: Pünktlich zur anstehenden US-Tour gibt es das neueste Video zum aktuellen Trentemøller-Album „Fixion“ – wie beeinflusst das Treiben in digitalen Räumen unsere Sinneswahrnehmungen? „Sinus“. //RRRhund\

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Tropisch-Elektronisches aus dem Nachbarland: Boris Zeebroek, unter anderem Mitglied bei The Germans und Hong Kong Dong, jagt seit April 2016 unter dem Moniker Bolis Pupul mehr als nur einige warme Elektronen durch die Synthesizer. Think Hideki Matsutake, Clara Mondshine oder gar eine Prise Giorgio Moroder transferiert in einen sehr aktuellen, spacigen Funk-Prog-Kontext. It’s nice that. /K

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Noise Rock: Geilo! Im neuen Video zu „Tier“ gehen Gewalt mit Gast Max Gruber (Drangsal) ganz tierisch ab. Schon wieder ein animalischer Killertrack … selbstredend. „Tier ist ein Kniefall, vor allem Wilden, Ungezähmten und Unmittelbaren, ein Aufbegehren gegen eine pervertierte Zivilisation, eine Hommage an unsere Urkraft und ein Protestsong gegen deren Unterdrückung.“ Die wichtigste deutsche Band gerade. (Nicht vergessen: Anfang April im RAMA und im Mai dann auf der Brückenaward-Bühne beim Maifeld Derby zu begutachten). //RRRhund\

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70s Instrumental Progressive Kraut-Rock: Wer dieses Jahr den Winteraward im Forum besucht hat, dem ist mit Sicherheit das Schweizer Duo Closet Disco Queen aufgefallen, das mit ordentlich Power bei musikalischer Klasse überzeugt hat. Während Ausnahmedrummer Luc Hess (Oilguns, Kunz, The Ocean, The Fawn, Schwarz) und Jona Nido gerade Spaß auf Tour in Australien haben, bereiten Crazysane Records gerade den nächsten Release der 70er-inspirierten Progressive Krautrock-Formation vor. Auf der 12″ „Sexy Audio Deviance for Punk Bums“ (7.4.) wird auch „Délicieux“ zu finden sein. Dann mal fix zum Preorder … //RRRhund\

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Low Fi/Garage/Psych/Pop: Joujou Jaguar aus Paris erfinden sicher das Rad nicht neu, machen aber einen Sound, der immer gehen wird, wenn er mit Qualität und Verve vorgetragen wird. Klassischer, Velvet Underground-inspirierter, songorientierter Schrammel-Underground-Rock im LoFi-Gewand. Gute Songs, Chorgesang, live mit ein paar Tüten zuviel (oder was auch immer) eingespielt – runde Sache („Avant Vancouver“, als Tape oder digital bei Montagne Sacrée Records erscheinen). //RRRhund\

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Hellblaue Awwwwwww-Gitarren: Communions. Die dänischen Jung-Meister aller Pop-Gitarrenvorhänge zwischen Enthusiasmus und Emo-freier Desillusionierung haben ihr jüngstes Album – selbstverständlich – und ich danke ihnen recht herzlich dafür – „Blue“ genannt. Was belegt, dass die Einordnung ihrer Musik ins blaue Farbfeld ziemlich korrekt war. Sind im Mai auf ner Minitour durch unsere netten Nachbarländer. /K

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+BLAST FROM THE PAST: 1983 schlossen sich Mel Eberle und Steve Jones unter dem schönen Bandnamen The Arms of Someone New irgendwo in Illinois zusammen. Heraus kam dann in der Regel eine mehr oder weniger dichte Atmosphäre der Intimität, der Einfachheit und des Schlenderns durch (Vorfrühlings-)Straßen. Aus der meist ruhigen Instrumentierung geformt aus Psych-Vocals/-Gitarren und hypno-waveigem Keyboardstuff à la Echo and the Bunnymen & Co stechen immer wieder bemerkenswerte Melodien hervor. Die tollen Menschen von Dark Entries versorgten uns Ende Februar auch mit einer Neuauflage eines ihrer Alben. /K

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Alternative Rock/Indie Rock/Darkgaze: Die Briten Loom hatte ich vor drei Jahren schon mal mit ihrer Debüt-Single „Yosoko“ gefeatured, die mir damals so gut gefiel dass ich das 7″-Vinyl von der Insel orderte (weil auch digital schlicht nicht erhältlich). Im Mai – drei Jahre, die haben ganz schön lange gebraucht – kommt nun das Debütalbum (s/t, erscheint bei Silent Cult) und eine Hörprobe gibt’s auch schon seit letztem Jahr: „Hate“ liegt irgendwo zwischen 90er grungy Alternative- und Darkgaze-Rock. Nettes temporäres Auflegmaterial. //RRRhund\

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Electronica/Dub/Trip Hop/Bass: Kaum steigen die Temperaturen um ein paar Grad, habe ich wieder mehr Lust auf buntere Grooves … na ja, in dem Fall halbbunt, Dschungel-Tarnfarben im Schatten oder so. ;D Die Produzentenlegenden Adrian Sherwood (On-U-Sound) und Pinch (Tectonic) haben gemeinsam eine feine Electro-Dub-Scheibe („Man vs. Sofa“) aus dem Hut gezaubert, die das Beste aus beiden Welten vereint. Auf ein paar Tracks wird auch mit Gastsängern gearbeitet (zum Beispiel mit Lee Scratch Parry bei „Lies“) – hier aber der wunderbar atmosphärisch-funkige, instrumentale Albumopener „Roll call“. Bestens geeignet für frühsommerliche Open-Air-DJ-Sets in den Abendstunden, ich hab da schon was im Kopf … //RRRhund\

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Indie Rock/Shoegaze: Louis Jucker ist hyperaktiv. Der ehemalige The Ocean-Musiker hat gerade vier Bands am Start – das neueste Projekt zusammen mit Gitarristin Emilie Zoé heißt Autisti. Das Schweizer Trio liefert auf seinem Debüt hochklassigen, seelenvollen Indie Rock mit leichten Shoegaze-, Psych Rock- und Post Rock-Einflüssen (s/t, Hummus/Czar of Revelations/S.K. Records; das Vinyl ist in Deutschland ganz prima im Mailorder von Crazysane Records zu bekommen). //RRRhund\

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