+Kurz rausgehackt: Mai 2018

Jenny Hval. The Long Sleep EPAlternative/Avant Pop/Future Jazz/Drone: „We will not be awake for long.“ Auf ihrer neuen EP taucht die vielseitige Künstlerin Jenny Hval tief ins Meer des Unterbewussten und Intuitiven ein, schafft ihr eigene musikalische Traumsphäre. Alle Tracks fußen auf dem gleichen kompositorischen Material, das aber viermal völlig unterschiedlich behandelt wurde. Der erste Track des Kurzspielers, „Spells“, beginnt mit warmen, verhuschten Klavierakkorden und organischen Bläser-Drone-Sounds (die ein bisschen wie ein Intro der frühen Sigur Rós klingen, das schneller abgespielt wird). Daraus entwickelt sich ein opulenter, angejazzter Popsong mit einem entspannten Percussion-lastigen Groove – man stelle sich ungefähr die Talk Talk der End-80er vor; bloß mit einer Sängerin, die mühelos vom introvertierten Vibe einer Suzanne Vega in den Power-Pop-Modus von Stevie Nicks schalten kann. Die anderen drei Variationen bewegen sich eher in reduzierten, traumähnlichen und experimentellen Gefilden. Eine gewichtige Rolle im überarbeiteten Arrangementgefüge spielen die neuen Mitstreiter aus der Jazzwelt: Kyrre Laastad (Percussion), Anja Lauvdal (Klavier), Espen Reinertsen (Saxophon) und Eivind Lønning (Trompete) leisten einen entscheidenden Beitrag zur organischen Klangfülle, die der neuen Veröffentlichung der Norwegerin ihre besondere, traumartige Qualität verleiht. //RRRhund\

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New Weird Australia/Psych/Prog/Underground Rock: Würden die aus England kommen, wären sie vermutlich die besten Freunde von Fat White Family und Warmduscher. Tropical Fuck Storm (kurz TFS) stammen aber nun mal aus Melbourne, Australien. Hinter der furiosen, noch recht frischen Formation stecken Gareth Liddiard und Fiona Kitschin von The Drones sowie Lauren Hammel (von High Tension) am Schlagzeug und Erica Dunn (von Mod Con und Harmony) an Gitarre, Keyboards. Das Quartett hat nach vier 7″es auf seinem Debüt-Longplayer aufregenden, surrealen (Underground) Rock von der Südhalbkugel im Gepäck, bei dem sich schon bei der ersten Nummer die Pupillen weiten. Der Albumopener „You let my tyres down“ klingt am Ende wie ein Track von einem Neil Young-Live-Bootleg aus der exzessivsten Phase, der Sound kommt geradezu durch die Speaker gefallen. Danach wird’s aber noch viel besser: Die Band wandert stilistisch fließend, geradezu instinktiv durch alle denkbaren Subgenres aus den Feldern Garage, Psych, Prog und Experimental Rock. Die komplexen wie organischen Arrangements orientieren sich dabei immer am Songmaterial; ungewöhnliche Strukturen und Spannungsbögen führen gerne mal zum Exzessiven, Ausufernden. Vor allem aber ist die Platte far out, durch das Album zieht sich der psychedelischer Vibe aus dem Zirkuszelt einer abstrusen Parallelwelt. Dennoch gelingt es der Band immer, direkt, roh, im Hier und Jetzt zu bleiben – den Kontakt zum Hörer zu halten. Ein außerordentliches Rock-Album, ganz großes Kino („A Laughing Day in Meatspace“ ist als Vinyl oder CD bei TFS Records & Mistletone erschienen oder auch digital auf bandcamp zu haben). //RRRhund\

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Iceage. BeyondlessAlternative/Post Punk: „Beyondless“, die neue Platte von Iceage, hat besondere synästhetische Eigenschaften. Sie schmeckt ab und an wie eine tropische Frucht im überreifen Stadium, kurz vorm gären. Wohlgenommen: Kurz davor, eben noch sehr gut. Kraftvolle Soul-Elemente, opulente, farbenfrohe Arrangements – diese Bläsersätze, diese Streichinstrumente –, ein eher klassischer Ansatz im Songwriting, aber eben auch das Loslassen des Garagenrock und betrunkene Cowboy-Psychedelia (nackt, im Pelzmantel) – so klingt das vierte Album des Kopenhagener Quartetts. Abgesehen vom teils wirklich starken Songmaterial fühlt sich der Vorgänger „Plowing Into The Field of Love“ (2014) im Rückblick wie ein Übergangsalbum an. Eine Scheibe, auf der die Band mit der neuen musikalischen Sprache experimentierte, die sie nach zwei legendären, explosiven Punk-Longplayern entwickelt hatte. Jetzt ist dieser Prozess abgeschlossen: Elias Bender Rønnenfelt und Kompanie befinden sich gerade im Vollbesitz ihrer musikalischen Handlungsmöglichkeiten und machen davon auch mit der großen Kelle Gebrauch. Aber nicht dass jetzt jemand meint, dafür in Zukunft auf die ruhelose Ader, die gewalttätige Lyrik und die theatralische Misanthropie des charismatischen Sängers verzichten zu müssen. Der bitter-gallige Inhalt ist noch fast der Gleiche, nur ist im Rezept jetzt noch eine satte Ladung Tropenfrüchte hinzugekommen. //RRRhund\

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Indie Rock: Im Video zu „Fun at the geysers“, der neuen Single von Mourn, outen sich meine juvenilen Lieblings-Katalanen als Fans isländischer Topographie und Natur. Eine straighte, recht gut gelaunte Indie Rock-Nummer, die auf dem bald erscheinenden, neuen Longplayer zu finden sein wird („Sorpresa Familia“, 15.6., Captured Tracks). //RRRhund\

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Cross Culture Experiments/Folk/Eastern Psych/Kehlkopf-Gesang: Mal was ganz anderes – Klänge, die man in unserem Teil des Planeten selten zu hören kriegt. Tuwa ist eine in Westeuropa wenig bekannte Republik der Russischen Föderation am Südzipfel Sibiriens, die an die Mongolei grenzt. Der Sänger und Gitarrist Albert Kuvezin ist ein Phänomen, der spektakuläreste Vertreter des Tuwa Rock, und das liegt an seinen besonderen stimmlichen Fähigkeiten und wie er sie nutzt. Mit seiner Band Yat-Kha zelebriert er einen Crossover zwischen westlicher Rockmusik und der Jahrhunderte alten Instrumentierung der Tuwa. Ein Experiment, das – wie vier Jahrzehnte „Weltmusik“ eindrucksvoll bewiesen haben – dramatisch schiefgehen könnte. Tatsächlich aber verscheucht Kuvezins sehr spezieller, tief grollender, mehrstimmiger Kehlkopfgesang augenblicklich all solchen Gedanken. Der Kargyraa-Gesang – so nennt man diese alte, regionale buddhistische Tradition und spirituelle Kulturtechnik – wird für den Zuhörer unmittelbar zur psychedelischen Erfahrung. Im Grunde wird die weitere musikalische Begleitung zur Nebensache, denn Kuvezin füllt mit seiner Stimme den inneren Resonanzraum des Zuhörers, nimmt die volle Aufmerksamkeit ein. Die Stimme einfach pur hören? Hier eine kleine Abkürzung. Yat-Kha statten dem Westen im Juli einen seltenen Besuch ab, dabei ist auch ein Konzert in Frankfurt geplant (25.7., Horst) //RRRhund\

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Experimental/Ambient/Minimal Art: Am Freitag hat sich mit Canoa Snake Records ein neues Ambient- und Experimentallabel der Öffentlichkeit vorgestellt. Die erste Veröffentlichung gehört dem spanischen Duo Diamont Dancer, das auf seinem Debüt Eno-artigen Ambient, Minimal Art à la Steve Reich aber auch melancholische, atmosphärische Minimal Electronica mit prozessierten Gitarrenloops im Gepäck hat. Hinter dem Projekt stecken Nacho Marco und Pau Roca, die beide keine unbeschriebenen Blätter in der spanischen Musikszene sind: Roca bedient sonst bei der Indie Pop-Formation La Habitación Roja aus Valencia die Gitarre, der Elektronikspezialist Nacho Marco hat Veröffentlichungen bei Mute und Ovum vorzuweisen und hält mittlerweile eine Professur am Berklee College Of Music. Alle Tracks auf dem Debütalbum sind nach geometrischen Formen benannt, und so wundert es auch nicht, dass der Minimal Art-inspirierte, zweite Track „Circle“ einen Kreis zugeordnet bekam – das wird auch im Video von Sergi Palau sichtbar. Bei Soundcloud kann man sich mit zweieinhalbminütigen Soundschnipseln durch das schöne, sphärische Album durchhören („Shapes“ ist am Freitag bei Canoa Snake Records erschienen). //RRRhund\

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Factory Floor, Bipolar 7 inch+ BLAST FROM THE PAST: Wann die Walze an Post Punk-inspirierten Bands in den 2000er-Jahren genau begonnen hat lässt sich heute schwer bestimmen. Ganz sicher ist hingegen, dass die erste, schwer zu kriegende Single von Factory Floor mit ihrem Joy Division-Vibe, ihrer kratzigen Oberfläche und ihren Adrenalinschüben in diesem musikalischen Feld so etwas wie ein heiliger Gral für mich ist. Wie ihr sicher wisst sind die Briten schon lange in elektronisches Terrain aufgebrochen und machen ihre Sache dort keinen Deut schlechter. Meine Aufmerksamkeit hat sich die Band aber mit diesen zwei frühen Songs verdient. Seither verfolge ich die Aktivitäten der Musiker auf Schritt und Tritt. Viel Glück beim Aufspüren dieses Post Punk-Juwels, ganz billig wird der Spaß aber nicht, fürchte ich. //RRRhund\

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Tracks by Citytrax, Volumes I through IIIElectro/Techno/New Wave: Ich bin schnell ein Fan von Tracks, der Maxi-Serie von Cititrax, geworden. Das Sublabel von Veronica Vacickas Minimal Wave-Plattenfirma für genreübergreifende, zeitgenössische New Wave-, Techno- und Electrokünstler liefert einfach ab. Fette, hochklassige Tracks von Tzusing, an-i, Broken English Club und ähnlichen Produzenten aus der aufregenden Ecke der härteren Clubszene. Auf blutrotes, transparentes Vinyl gepresst und mit einem stimmigen, durchgehenden Grafikkonzept versehen. „Vol. IIII“ ist gerade erschienen. Schwer zu empfehlen. //RRRhund\

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Deviant Techno/EBM: Im September erscheint bei Boysnoize Records „R.U.R.“, der Debüt-Longplayer des französischstämmigen Produzenten Djedjotronic, der bisher vor allem durch Remixe für Miss Kittin, Depeche Mode und Dubfire aufgefallen ist. Als Vorab-Schmankerl gibt es mit „Take me down“ einen EBM-lastigen Hammer-Track des Wahl-Berliners, der mit dem Nitzer Ebb-Maestro Douglas McCarthy am Mikro zur Vollendung kommt. Tanzflächenfüller, batscht erheblich. //RRRhund\

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Psych Rock/Stoner/Space Rock: No so ’ne Band, die auf dem Great Escape Festival in Brighton nachhaltigen Eindruck gemacht hat – nicht nur bei der Mannheimer Delegation. The Psychotic Monks aus Frankreich liefern Psych Rock mit schön verorgelten, langen Space-Passagen, der auf dem Backbone einer recht straighten Rock-Rhythmusgruppe aufsetzt und so ab und an noch ein paar Körner Stoner-Zeux in die Band-DNA aufnimmt. Hier ein komplettes, 21-minütiges Liveset namens „An ascent to confusion“. Der erste Longplayer der Pariser Band ist ziemlich genau vor einem Jahr erschienen („Silence Slowly and Madly Shines“, im Eigenvertrieb). //RRRhund\

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Dark Electro: „Kolaps“ heißt diese Nummer des polnischen Produzenten Chino – magnetischer Dark Electro aus Kraków mit einem eigenen musikalischen Slang. Passt perfekt ins Hundeset – dance the pain away. („shtum 016“, 22.5.). //RRRhund\

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Post Punk/Art Rock/Post Industrial: „Eclipse“, die zweite Single der australischen Band DEN, hat einen ganz anderen Charakter als der Vorgänger. Ein Epos in gemächlichen Tempo, das dafür aber in einem mit wuchtigen Hieben voranschreitendem Groove und mit monumentalem Breitwandsound daherkommt, woran die Gitarre mit ihrer Post Industrial-Stereo-Wand entscheidenden Anteil hat. Vorangetrieben wird der Song von einem finsteren Artrock-Vibe, der seine Kraft aus den 70er-inspirierten Keyboard-Arpeggios zieht. Darüber ziehen die dunklen Schwingungen von Micky Grossmans Gesang vorbei wie die Wolkenformationen eines herannahendes Sturms. Die wissen, wie man trotz bekannter und sich widersprechender Zutaten gekonnt Grenzen durchbricht und dabei aufregend klingt. Very special, auf die Scheibe bin ich wirklich heiß („Deep Cell“, 5.6., Paradise Daily Records). //RRRhund\

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Electronic/Dirty Techno: Im elektronischen Feld habe ich seit einigen Jahren Prostitutes, das Produzenten-Alter Ego von James Donadio, auf dem Schirm, und das mit gutem Grund. Der Mann schaufelt haufenweise Dreck in seinen Sound und hat keine Angst vor Genre-Mash-ups. Auch auf „Aluminum Garage“, seiner neuen 12″ für das Glasgower Label Nightschool Records, hat sich daran nichts geändert. Dirty Techno, Tribal, EBM, Drum & Bass-Einsprengsel und Gabber – einfach alles, was Schlacke hat und Hardriegel auf die Tanzfläche treibt. //RRRhund\

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Industrial Metal/Experimental/Noise: Als die zwei noisigen US-Bands Uniform und The Body sich im Frühjahr 2017 auf eine gemeinsame Europa-Tour vorbereiteten, reifte auch der Entschluss, Material für ein gemeinsames Album zu entwickeln und aufzunehmen. Das Ergebnis liegt nun vor und erscheint im Juni in der Reihe Sacred Bones Alliance, einer neuen Serie des New Yorker Kultlabels, die Kollaborationen gewidmet ist. Die erste Hörprobe „Come and see“ ist von Elim Klimovs verstörendem, gleichnamigen Antikriegsfilm inspiriert. Natürlich wuchtiger, derber, dystopischer Stoff, der sich mit den dunklen Seiten der menschlichen Psyche, mit Ängsten und Hoffnungslosigkeit auseinandersetzt. Stilistisch gibt es keine Überraschung, alles ist, wie man sich eine Kombination dieser beiden Bands vorstellt: Derber Industrial Metal trifft auf experimentellen Noise – der Zuhörer kriegt voll eins mit der Baggerschaufel drüber. („Mental Wounds Not Healing“, Sacred Bones Records, 8.6.). //RRRhund\

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Post Punk/Noisegaze: Die russischen Post Punk-Shooting Stars von Supernova&nbsp:1006 haben sich den Placebo-Kult-Klassiker „The Bitter End“ vorgenommen. Erster Gedanke: Lame, wie können sie nur. Die ersten Sekunden laufen … woaaaa, was ist das?! Der Drumcomputer peitscht wie auf der „Atomizer“ von Big Black, die Gitarre rippt total. Feuer unterm Hintern, dreckige Noiseattacke, klasse Cover. //RRRhund\

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Indie Rock/Art Rock/Post Punk: Die wollten in Brighton auf dem Great Escape-Festival gerade ziemlich viele Leute sehen – Bodega aus Brooklyn. Das Quintett liefert klassischen Indie Rock-Sound mit Post Punk-Gestus und catchy Songwriting – die Gitarren haben den typischen New Yorker Art Rock-Vibe. Ein veritabler Hit: die aktuelle Single „Jack in Titanic“. Aber auch die anderen beiden Vorab-Singles „How did this happen?“ und „Can’t knock the hustle“ wissen zu überzeugen. Ganz schön gut, der Debüt-Longplayer kommt Anfang Juni. FFO The Fall, Parquet Courts („Endless Scroll“, 1.6., What’s Your Rupture? Records, WYR0118LP). //RRRhund\

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Electronic/Experimental/Ambient: Jon Hassell ist zurück. Nach neun Jahren hat der Ambient-Künsler und Erfinder der 4. Welt-Ästhetik ein frisches Album am Start, das er Anfang Juni auf seinem neuen, eigenen Label Ndeya (englisch ausgesprochen „in-day-ya“) veröffentlicht. Die Hörprobe „Pastorale vassant“ ist von einem Aufenthalt auf Mallorca inspiriert, bei dem des nachts Ziegen mit ganz unterschiedlichen Glocken am Hals am Haus vorbeizogen und so beiläufig Gamelan-artige polyrhythmische Strukturen erzeugten. Klangmagie zwischen angejazzten Ambientflächen und verzappeltem Rhythmusexperiment („Listening To Pictures (Pentimento Volume One)“, 8.6., Ndeya Records). //RRRhund\

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Alternative: Schon wieder neu erfunden hat sich Trent Reznor mit seiner aktuellen Single. „God break down the door“ klingt ob seines Gesangsvibes und mit seinem innovativen Stilmix schon fast Bowie-esk … wäre da nicht zusätzlich zum Bohemien-Aspekt und der raveartigen Zappeligkeit noch der bandtypische Punch der Nine Inch Nails zu nennen. Ein hammerstarker Track, bin schon ein wenig überrascht wie gut das ist („Bad Witch“ EP, 22.6., Caroline). //RRRhund\

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90s Indie Rock/Math Rock/Post Punk: Der 90er-inspirierten, warmen, organischen aber rhythmisch verschwurbelten Form von Indie Rock sind Molde in ihren Arrangements zugewandt. Gelegentlich mischen sich aber kühle Post Punk-Schnipsel auf der neuen EP in den Sound des Duos aus Leipzig und sorgen für ein angenehmst nach vorne schwebendes, heiß-kaltes Klanggebilde. Gute Band („City of Dreams II“, bei Mikrokleinstgarten erschienen und auf bandcamp zu kriegen). //RRRhund\

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Alternative Rock/Grunge: Pabst – das Berliner Power-Trio auf Crazysane Records – hatten wir vor einiger Zeit schon mal im Zuge der Veröffentlichung ihrer Debüt-EP vorgestellt und danach dann auch auf dem Maifeld Derby live gesichtet und für sehr gut befunden. Jetzt haben die Jungs mit „Chlorine“ ihren ersten Longplayer am Start, auf dem sich die drei mit spannend-kratzigen Gitarren-Gimmicks aber auch mit enormem Pop Appeal und sehr gelungenen Arrangements präsentieren. „Vagabondage“ fetzt jedenfalls richtig – ein formidabler Ohrwurm im Ductus des 90er-Gitarrenbretts. Da passt alles, Chris wird reich. Die Scheibe ist seit Kurzem in der Preorder-Phase, schnappt euch das Teil. („Chlorine“, 13.7., Crazysane Records). //RRRhund\

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BC 35, 35 Year Anniversary of Martin Bisi’s studio35 Year Anniversary: Als Martin Bisi 1979 mit Brian Eno und Bill Laswell in New York sein BC Studio gründete, hatte er wohl nicht die leiseste Ahnung, dass er dieses Jahr sein 35. Jubiläum feiern würde. Genausowenig ahnte er wohl, dass eine gewichtige Anzahl seiner Produktionen – Sonic Youth, Swans, Foetus, Unsane, Afrika Bambaataa, Herbie Hancock, John Zorn, um nur einige wenige zu nennen – Kultstatus erlangen würden. Aus Anlass des herannahenden Jubiläum hat der Produzent Anfang 2016 Künstler aus allen Jahren seines Schaffens ins Studio geholt, um speziell für diesen Anlass Musik einspielen zu lassen – und etliche sind diesem Ruf gefolgt. Neben einigen brilliant zusammengestellten Improvisationsformationen gibt es natürlich auch einige heiß ersehnte Wiedervereinigungen (ich sage nur Live Skull!). Eine tiefe Verbeugung vor dem (New Yorker) Underground der 80er und 90er Jahre. //RRRhund\

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Indie Rock/Art Rock/Post Punk: Einfach hypnotisierend ist der glasklare, einfache Gitarrenriff von „Back in the day“ von Value Void. Das junge Trio aus London präsentiert sich bei seiner ersten Single mit präziser, minimalistischer Songwriting-Ökonomie – kein Ton zu viel. Besonders betörend kommt der Herzschmerz-Gesang von Paz Maddio, die auch schon den Gitarrenriff aufs Band gezaubert hat. Hier die Leadsingle zum Debüt-Longplayer, der im Verlauf des Jahres bei Tough Love erscheinen wird. //RRRhund\

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Alternative/Indie Rock/Garage Pop: Es kommen Berichte und Tipps vom ersten Festivaltag des Great Escape-Festivals in Brighton rein. Die Idles haben gestern zum Abschluss den neuen Club am Strand gleich mal richtig aufgemischt. Aber noch eine weitere Band hat gestern mit einem genialen Liveset im Patterns für große Aufmerksamkeit gesorgt: Boy Azooga ist eigentlich das Soloprojekt des walisischen Multiinstrumentalisten Davey Newington; in der Livefassung wird er aber von drei befreundeten Musikern unterstützt und das Quartett scheint ordentlich zu brennen. „Loner boogie“, die Leadsingle vom Debütalbum, ist auf jedem schon mal ein Riesenhit – klassischer britischer Indie Rock mit Garagen-Pop-Vibe. Von der Nummer sollte man sich aber nicht täuschen lassen – die Stilspreizung auf „1, 2, Kung Fu“ (8.6., Heavenly Emporium) soll ebenso gigantisch wie brilliant sein. Prognose: der nächste heiße Scheiß aus England. //RRRhund\

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Experimental/Ambient: Die schönste musikalische Überraschung des Tages … „Divine Weight“, die neue Platte des hochgeschätzten Alex Zhang Hungtai, erscheint Ende Juni. Der mit vielen Talenten ausgestattete, gebürtige Taiwanese und Weltreisende hat dafür multiple Saxophon-Aufnahmen aus seinem Repertoire solange überlagert und digital manipuliert bis das Blasinstrument als solches kaum noch zu erkennen war. Herausgekommen sind dabei dichte emotionale, spirituelle Klangwolken, in die man sofort eintauchen kann. Hat mich mit seiner lyrischen Melancholie sofort abgeholt und an einem friedvollen Ort abgesetzt: der Albumopener „Pierrot“ … sorry, bin dann mal ’ne Weile weg. On repeat (NON Worldwide, 29.6.). //RRRhund\

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Electronic Weirdo Stuff/Oddball Pop/Post Industrial Electronica: Ein Video, das vor allem inhaltlich einiges zu bieten hat und musikalisch mit einem Kaputtnik-Stil kommt, der an die Liars circa 2012 erinnert. Die aktuelle Single von Orlando furious. heißt „Murdoch“ und ist dem Handeln und Wirken des gleichnamigen britischen Medienmoguls gewidmet. Shutting down your stock. Australier, übrigens. Wer sich schon mal regelmäßig auf Stock-Portalen Bildrecherchen machen musste, kann sich hier besonders gut … emmm … einfühlen („Named“, bei Tenth Court zu kriegen). //RRRhund\

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Experimental/Noise/Pop/Rock: Neues aus der schönen Schweiz. Mit „Collider“ liegt nun der erste Vorbote des am 25.Mai erscheinenden Debütalbums H E X (Hummus Records) des gleichnamigen Quintetts vor. „Collider“ fasziniert unter anderem durch eine nicht greifbare, in diversen Sphären schwebende Instrumentierung. Ein mit cineastischen Anleihen gespickter, stoischer Brocken, der sich nach mehrmaligem Hören – vor allem via Kopfhörer – mehrdimensional entfaltet und im letzten Drittel an Intensität ins Unermessliche zu steigern weiß. Ganz großes Kino, fürwahr! D/RRR

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Alternative/Poetry/Experimental: Huch, da hätte ich beinahe das neue Album der chronisch unterschätzten Carla Bozulich (u.a. Evangelista) übersehen. „Quieter“ ist das erste Lebenszeichen nach vier Jahren – ein buntes, streckenweise experimentelles Stilkaleidoskop, das die Art Punk-Poetin aus San Francisco in ihrer vollen kreativen Schaffenskraft und mit einer ganzen Latte an Kollaborateuren präsentiert. //RRRhund\

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Synth Pop: Zwei Jungs von RA auf dem Synth Pop-Trip – die Ursprungskapelle aus Malmö und ihre brutalistischen Post Punk Gitarren-Sounds der Anfangsphase hatten wir hier vor einigen Jahren ordentlich abgefeiert. „c/o“, die erste Single von Need For Speed, hat mit dieser Soundsphäre mal rein gar nichts zu tun. Serviert wird dunkler, eleganter, skandinavischer Synth Pop, der stilistisch zwischen mittelfrühen Depeche Mode und späten Lust for Youth verortbar ist. Pretty nice song (das Album kommt im Herbst via Adrian Recordings). //RRRhund\

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Gnod, Chapel Perilous vinylExperimental Rock/Spacerock/Psych/Sludge/Post Metal: Ein monströses Rockalbum mit gnostischem Unterbau, die neue Gnod. An der Schnittstelle zwischen den unteren und höheren Bewusstseinsebenen angesiedelt, wenn man dem multireferenziellen Titel (viel Spaß beim Googeln und Nachlesen) folgen will. Auf elektronische Experimente verzichtet das Experimentalrock-Kollektiv aus der Islington Mill-Szene in Salford (bei Manchester) diesmal weitgehend. Neben Spurenelemente aus Post Punk und Post Metal dominieren anstattdessen lange psychedelische Abschnitte, wuchtige, hallgetränkte Sludge-Passagen und Space Rock den außergewöhnlichen, dystopisch dunklen Longplayer der umtriebigen Nordengländer. Wieder ein sehr gelungenes Album („Chapel Perilous“, bei Rocket Recordings erschienen). //RRRhund\

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Dark Electro/Synth: Circonstances Aggravantes heißt ein noch recht frisches Elektronik-Label aus Berlin, das von Eric Mengozzi betrieben wird und sich bei seinen vier sehr geschmackssicheren Veröffentlichungen bisher auf das Herausgeben hochwertiger Dub Plates in sehr kleinen Auflagen spezialisiert hat (und erst dann digital veröffentlicht, wenn diese ausverkauft sind). Nehmen doch einfach mal die CA001 – atmosphärischer, dunkler Electro von Romance Disaster mit coolen, geschmackvollen Sounds. Hinter dem Projekt steckt die in Berlin ansässige, polnisch-stämmige Electro-Spezialistin Aga Wilk, die neben ihrem Engagement bei 77tm auch unter verschiedenen Namen solo arbeitet und sich hier ein weiteres kleines Genre-Denkmal gesetzt hat. Das 10″-Vinyl ist bereits ausverkauft (außer jemand ist bereit 60 Euro auf discogs für zwei Tracks hinzulatzen), aber digital ist dat Ding ja auch schnufte. Wollte ich jedenfalls gleich haben. Aga steckt auch hinter Kino Mono, der aktuellen Veröffentlichung des Labels, die immer noch als physischer Tonträger erhältlich ist. Space Synth-Stoff galore: das Video zu „Supermoon“. //RRRhund\

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Experimental/Post Industrial/Tape Loops/Kraut/Space: Into the great wide open – völlig aus dem angestammten Genre-Terrain brechen gerade Iron Lung Records aus Seattle, Washington, USA, mit ihrer 7″-Serie 3 aus. Und dann machen sie das noch auf die bestmögliche Art und Weise: der angstlose Ausritt in experimentelles Terrain. Während bisher eher harte Gitarren das Mittel der Wahl waren, ist jetzt zum Beispiel Hardcore Free Jazz auf den Spuren von Coltrane (Baczkowski / Padmanabha) geboten. Oder eben dieses Freeform-Zuckerli vom mysteriösen Projekt FRKSE – Tape Loops aus einem dunklen, spaceigen Kraut-Universum plus Perkussives aus der Industrial-Welt und Anklänge an die Welt der Power Electronics saugen den Zuhörer ganz tief rein. Fieberträume mit einer gefährlichen Unterströmung, Hypnose-Material für Psychopathen: „Burn first then an affront“ – vom Geilsten. Den einen Track gibt’s jetzt schon, die anderen vier dann Ende Mai (25.5.). //RRRhund\

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Experimental/Ambient/Drone/Neo Classical/Synth meets Brass: Die Komponistin Kali Malone widmet sich der Erforschung von Harmoniestrukturen. Dabei arbeitet die in Stockholm lebende, amerikanische Künstlerin gerne mit einer Mischung aus organischen und elektrischen Instrumenten, die mittels ungewöhnlicher, offener Stimmungen in Frequenz-Konversation treten und gerne auch mal kollidieren. Auf ihrem neuen Album „Cast of Mind“ (gerade beim hervorragenden Schweizer Label Hallow Ground erschienen) hat sie ein Ensemble aus Alt Sax, Bassklarinette, Fagott und Posaune versammelt, dessen Harmonieflächen auf die Drones aus einem klassischen Buchla 200-Synthesizer treffen. Es entsteht ein reichhaltiges, poetisches Kaleidoskop hochemotionaler Schwebungen und Schwingungen, das den Zuhörer tief in seinen Bann zieht – streckenweise gar psychologisch vor sich her treibt. Ein Kopfhörer-Meisterwerk zwischen Ambient-Klangexperiment, Drone und Neo-Klassik. Recommended. //RRRhund\

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Post Punk: Für Luis Vasquez und seine Band war die Tour zum aktuellen Album „Criminal“ nach Jahren harter Arbeit der wohlverdiente, endgültige Durchbruch. The Soft Moon zählen mittlerweile zu den bekanntesten Bands der neuen Post Punk-Szene. Post-Punk.com hat im Februar drei ausverkaufte, von aufnahme + wiedergabe gehostete Berliner Shows begleitet und dokumentiert und dabei natürlich auch das Mastermind der Band interviewt: „Three nights in Berlin“. //RRRhund\

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Experimental/Improvisation/Ambient/Musique Concrète: Den britischen Experimentalmusiker Stuart Chalmers hatten wir bereits vor etwas mehr als einem Jahr anlässlich seiner letzten Veröffentlichung vorgestellt. Auch auf seinem neuen Album „The Shadow“ kommen wieder die prägnante indische Harfe Swarmandal und Tapecollagen zum Einsatz – Klangquellen für eine fünfteilige Reise durch dunkle Bereiche des Bewusstseins, versteckte Regionen im Unterbewusstsein. Dichter psychedelischer Stoff (die physischen Formate gibt es bei Was Ist Das Records, die digitalen Files auf bandcamp). //RRRhund\

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Garagen Punk/Psych: Bei Leeds denkt man ja immer noch zuerst ans Post Punk-Genre. Damit liegt man bei Dense aber ganz falsch. Das Trio aus der nordenglischen Stadt frönt nämlich eher psychedelisch aufgeladenen Brutalo-Garagen-Gefielden und hat mit seinen chaotischen Live Shows schon für ordentlich Furore gesorgt. Hier die zweite Single „The smoke“ … da war wohl ordentlich was drin in der Tüte – nur Kräuter können’s kaum gewesen sein. Badabummbäng. //RRRhund\

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Alternative Rock/Noise Rock/Art Rock: Die Heads. haben ja letztens in Berlin mit einigen musikalischen Gästen die rauschende Release-Party zu ihrem bahnbrechenden, neuen Album „Collider“ gefeiert. Von dieser Veranstaltung stammt auch Fabian Willi Simons Video zu „Smile“, bei dem Kevin Whitley von den Cherubs die zweite Gitarre bedient und auch Backing Vocals beisteuert. //RRRhund\

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Experimental/Psych/Dub/Musique Concréte: SabaSaba heißt ein neues Trio aus Turin, bei dem Andrea Marini und Tommaso Bonfilio von Blind Beast mit Tape Loops, Drumcomputer, Orgel, Electronica, Flöten, Gitarren und Glocken hantieren; am Schlagzeug sitzt Gabriele Maggiorotto von Indanizer. Das Experimentalprojekt nutzt Elemente aus Industrial, Dub und Musique Concrète für abgefahrene psychedelische Ausflüge ins okkult Krautige. Könnten prima mit Tomaga auf Tour gehen, bloß dann würde niemand mehr zurückkommen vor lauter PSI-Power, weder die Musiker noch das Publikum. Bei der Hörprobe „Red nights“ hauchen zudem noch die Psych-Kultstars Father Murphy ins Mikro. Top (s/t, 18.5., Maple Death Records). //RRRhund\

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Alternative/New Wave/Post Punk: Am kommenden Samstag feiert die westkanadische Formation Actors ihre deutsche Live-Premiere im Kölner Blue Shell. Kurz vorher hat die Band aus Vancouver noch ein neues Video zum eher poppigen „Crystal“ rausgehauen, das auch auf dem starken Debütalbum „It Will Come To You“ zu finden ist (hatten wir letztens vorgestellt). Ein sommerlicher Ohrwurm. //RRRhund\

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Electronic Noise/Power Drumming: Was macht eigentlich Iggor Cavalera (von Sepultura, Cavalera Conspiracy, Soulwax …) so als Hobby? Na er hat mit Wayne Adams (Big Lad, Death Pedals, Johnny Broke) unter dem Namen Pet Brick so ein spaßiges Lärmduo am Start. Wayne Adams macht elektronischen Krach, Iggor Cavalera kloppt rum – soweit der einfache Teil der Rechnung. Wäre das Ergebnis nicht ziemlich gut und vor allem auch recht abwechslungsreich geraten. Mal klingt das Duo nämlich ein klein wenig wie halbelektronische Lightning Bolt, dann gibt’s Tracks mit aufgelöstem, atmosphärischem Doom-Noise bevor ein Sturm losbricht. Das feingliedrige Highlight ist „Heavens’s gate“ – ein Track, der durch gut austarierte psychedelische Drones und ein Tribal-Pattern geprägt ist. Starker Erstling (das Debüt gibt’s auf bandcamp). //RRRhund\

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Shoegaze/Melancholy/Garage Rock: „Blue“ heißt die aktuelle Single von der neuen Scheibe von Ceremony (John Fedowitzs Shoegaze-Garagen-Combo von der Ostküste) – in der Tat eine wunderschöne, tiefblaue, melancholische Shoegaze-Nummer, die durch Bugys Monroes Videoregie nebst Performance an der Pole-Stange perfekt komplementiert wird („East Coast“ erscheint Ende Mai). //RRRhund\

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Post Hardcore/Noise Rock: Neu auf Sleeping Giant Glossolalia​ ist das Debüt der Quits. Die Band aus Denver, Colorado, hatte ihre Songs letztes Jahr schon digital auf bandcamp veröffentlicht und trifft mit ihrer Mischung aus Post Hardcore- und Noise Rock-Elementen, mit ihren schrägen, verschwurbelten Gitarren, ihren rotierenden Halftime Grooves, ihren ausgefeilten Arrangements zwischen New York Post Hardcore und AmRep-Noise-Gift meinen Nerv. Dazu kommt, dass Gitarrist Luke auch ein ziemlich guter Sänger mit dem richtigen Gespür für Timing und Dynamikabstufungen ist. Pretty good – da darf gerne bald mehr kommen (erhältlich als Tape oder in digitaler Form). //RRRhund\

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Indie Rock/90s: Falls jemand gerade auf der Suche nach einem neuen T-Shirt im 90er Look ist, hätte ich da was. Ist so’n Patchwork-Teil, sieht manchmal aus wie ’n Hüsker Dü-, Sleater Kinney- oder Polvo-Shirt, die meiste Zeit aber wie ein Weezer-Oberteil. Trägt sich auf jeden Fall total schnufte, sitzt bei allen Geschlechtern wunderbar und will um diese Jahreszeit unbedingt raus vor die Tür und mit dir rumhüpfen („Aggravator 2“, bei S.K. Records erschienen). //RRRhund\

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Neo Folk: Kategorie „Alte Helden tun was sie tun“. Die Italiener Zu haben mit David Tibet unter dem Siegel Zu93 (bei der Namensfindung hat die Kreativabteilung zugeschlagen – sind wir mal ehrlich: wohl eher die schwarze Marketingabteilung …) gemeinsame Sache gemacht. Zu hören gibt’s – wenig überraschend – spirituell aufgeladenen Schönklang. Ziemlich schön sogar, und ich habe nach langer Zeit einfach mal wieder Lust darauf. („Mirror Emperor“, 6.7., House of Mythology). //RRRhund\

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Anarcho Dark Punk/Death Rock: Schon wieder Australier, das ist gerade wie ’ne Seuche (hahaha …). Koppeln schön die Dringlichkeit und Inhalte des Anarcho Punks mit dem Sturm und Drang des Death Rock – die Masses aus Melbourne auf ihrer selbstbetitelten, neuen 7″ (das Vinyl wird in Europa beim betronischen Label Symphony of Destruction zu kriegen sein). Und kaum hat man sich umgedreht, befindet sich die Band auch schon auf Europa-Tournee (7.6., Frankfurt, Klapperfeld). Mmmm, hin da. //RRRhund\

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Post Punk: Hätte ich vor Jahren auch nicht gedacht, als ich die Band zum ersten Mal gesehen habe. Direkt auf dem Weg zum Indie-Überflieger-Status sind mittlerweile Protomartyr, das allseits beliebte Post Punk-Quartett aus Detroit. Im Juni erscheint mit der „Consolation“-E.P. ein neuer Kurzspieler (15.6., Domino), die epische und ziemlich gute Leadsingle „Wheels of fortune“ kommt inklusive Gastgesang von Kelley Deal (Breeders). Wow! //RRRhund\

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ST Mix: Bands und Veöffentlichungen von Avant! Records haben wir in den letzten Wochen häufig auf dem Schirm gehabt (SDH und Holiday Inn, um nur die jüngsten Beispiele zu nennen). Jetzt hat Labelbetreiber Andrea Napoli für Secret Thirteen einen starken Mix zusammengestellt, der stilistisch seine musikalischen Interessen abbildet – von Industrial über Coldwave bis (Post) Punk. Da sagen wir natürlich nicht nein … coole Sache. //RRRhund\

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Experimental Post Hardcore/Noise Dance: YC-CY heißt dieses infernalische Projekt aus dem grenznahen Schweizer Ort Schaffhausen. Mächtiger experimenteller, tanzbarer Krach mit Hardcore Roots und heftigen, atonalen Gitarrensounds, ein echter „Todestanz“. Fantastico. //RRRhund\

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Radio: Groschi und sein 12XU Radio sind zurück. Nach einer längeren Auszeit hat er seine vierstündige Sendung #09 wieder randvoll mit abgedrehtem Punk aus den Tiefen des bandcamp-Undergrounds gepackt. Jede Menge irres Zeug dabei, hört mal rein! //RRRhund\

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Noisegaze: Über ein Jahr nach der Veröffentlichung ist vor ein paar Tagen ein neues Video zu „Welcoming the flowers“ aufgetaucht. Der Track vom letzten Spectres-Album „Condition“ ist wie das meiste Material fieses, störrisches Noisegaze-Zeug, und natürlich ist auch die visuelle Entsprechung eher weniger lieblich. Ob da so eine Art Tourbus-Koller der Südengländer surrealistisch verarbeitet wurde? Die Band hat derweil auch eine neue EP namens „WTF“ in Vorbereitung. //RRRhund\

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