+Last Dominion Lost – ein Ritual im Kornfeld

Als Reecard Farché Kornkreise in der Nähe von Berlin entdeckte, hat er mal wieder seine Video-Drohne zum Einsatz gebracht (bei YouTube finden sich einige Videos von ihm, die sich mit diesem Thema beschäftigen). Wer dann tatsächlich die Idee hatte, Frau Feeger vor Ort rituelle Handlungen vollführen zu lassen, das Ganze in ungewöhnlichen Perspektiven mit der Drohne aus der Luft abzufilmen und das Feld dann nachträglich surreal farblich zu verfremden, ist mir natürlich nicht bekannt. Das Ergebnis war aber „Stagma“, das hochklassige, beeindruckende Video zum ersten Track vom aktuellen Album der Post Industrial-Formation Last Dominion Lost.

Last Dominion Lost wurde bereits 1992 von Dominik Guerin, einem Gründungsmitglied der Australier SPK, ins Leben gerufen. Zur klassischen Besetzung des Projekts zählen außerdem noch Jon Evans und John Murphy (Ex-SPK, Ex-Whitehouse, Ex-Current 93). In dieser Besetzung wurde vor 23 Jahren „The Tyranny of Distance“ eingespielt und 2004 veröffentlicht. Ende der 2000er Jahre ergab sich dann die Gelegenheit, das lange stillgelegte Projekt wiederzubeleben – zu den Aufnahmen wurden diesmal noch Ash Wednesday (Crashlands, Einstürzende Neubauten) und Julian Percy (Ratbag) hinzugezogen: in der Summe ein prominent besetztes Experimental-Ensemble, das mittlerweile komplett in Berlin angesiedelt ist. Das von den Himmelsbestattungsritualen der zoroastrischen Parsen beeinflusste Album „Towers of silence“ fällt durch seinen rauen Old School-Sound angenehm auf und ist 2014 als Gemeinschaftsrelease bei silken tofu und The Epicurean erschienen (erhältlich via Readymade).

 
 

/// Sehen

 
 

/// Hören, Lesen & Kaufen

Last Dominion Lost bei bandcamp
Last Dominion Lost bei discogs
Last Dominion Lost bei Facebook
„Towers of Silence“ bei The Epicurean
„Towers of Silence“ bei Readymade
Interview und Live-Aufnahme von Last Dominion Lost bei Audition Records

Kommentare geschlossen