+The Spoiled: Post Punk-Soundwand aus Italien

Mit einer wahren Wall of Sound kommt „Wish house“ daher: Ein kraftvoller Halftime-Groove mit brodelnder Voodoo-Percussion à la The Soft Moon trifft auf verzerrte Chorus-Bässe, auf die die frühen Sisters of Mercy oder Red Lorry Yellow Lorry vermutlich neidisch gewesen wären. Darüber liegen voluminöse, sphärische Synth-Flächen, die dem Dark Ambient-Genre entliehen sind. Gesang wäre bei dieser expressiven Soundfülle wohl schlicht und einfach zu viel und würde auch den cinematographischen Breitwandcharakter der wuchtigen Post Punk-Komposition stören.

Der Track stammt von The Spoiled, dem Solo-Projekt des Multi-Instrumentalisten Giovanni Santolla (Ex-Ready Set Fall), das erst seit wenigen Monaten existiert. Die Soundfülle beeindruckt auch, weil Santolla alles in seinem Heimstudio selbst aufgenommen hat – dennoch hat er in dieser frühen Phase des Projekts bereits eine beachtliche Produktionsperfektion erreicht (kaum vorstellbar, was der Mann dann mit den Möglichkeiten eines Profistudios anstellen würde …). Der musikalische Rahmen, in dem sich der talentierte Italiener bewegt, ist stark vom Post Punk der End-70er und frühen 80er Jahre beeinflusst. Elemente aus Dark Wave, Noise Rock, Post Industrial, Dark Ambient sowie einem Schuss düsteren Früh-90er Alternative Sound (Nine Inch Nails und Konsorten) fügen sich zum dunklen Ganzen zusammen.

TheSpoiled_Ironshell

Auch die anderen Tracks auf der Debüt-EP „Ironshell“ (gerade beim Pariser Label Manic Depression Records erschienen) schlagen was Soundqualität und Atmosphäre angeht in die gleiche Kerbe – die ganze EP wirkt wie aus einem Guss. Als Bonus zu den regulären EP-Tracks gibt es aus gegebenem Anlass dann noch ein David Bowie-Cover vom „Low“-Album – das im Original schon episch-depressive „Warszawa“ wird in die Soundwelt von The Spoiled transferiert. Die EP kann man auf bandcamp im Moment umsonst herunterladen.

Im Laufe des Jahres soll der Longplayer „Broken Spine“ (ebenfalls bei Manic Depression) folgen.

 

// Links
„Ironshell“ auf bandcamp
The Spoiled auf Facebook

Kommentare geschlossen